Februar 2018 im Keller

Sa 10.2. 19:30. Das Kunstmahl im Keller – freiinsilvia serviert Kunst aus der Sammlung Jetzinger. 
Der Freiherr ist nicht mehr – doch seine Kunst ist hier: Unter diesem Motto zeigt freiinsilvia mittels Präsentationsperformance Kunst von Fritz Walter Jetzinger (1953 – 2015). Erleben Sie eine Performance der kunstkulinarischen Art und genießen Sie dabei das noch unbekannte Werk des Künstlers. freiinsilvia ist als langjährige Ehefrau des Künstlers Erbin seines künstlerischen Nachlasses, welchen sie als Sammlung Jetzinger zusammenfasst, verwaltet und präsentiert. Zur aktuellen Performance wurde freiinsilvia bei einem Besuch im Perinetkeller inspiriert.

Mi 14.2. 19:30. Buchpräsentation: Mladen Savić, «Feuer am Dach». 
Die Essaysammlung des 38-jährigen, aus Jugoslawien stammenden, in Kanada ausgebildeten und in Wien lebenden Philosophen besticht durch ihren thematischen Bogen. Savić schreibt: Über den Atheismus. Über Gott. Über Hesselstein, den kämpferischten Greis der Erde. Über die Kunst. Über den Planeten Erde. Über Macht. Über rechts und links. Über das Volk. Über Wohlstand und Armut. Über die westlichen Werte. Über den Wettbewerb. In Summe ein Plädoyer dafür, «unbotmäßig» zu leben. Dazu unvorhersehbare Live-Musik in unberechenbarer Qualität.

Mi 21.2. 19:30. «Hundsprosa» von und mit Daniel Böswirth. Eine Lesung mit MAE (minimal aktionistischen Elementen).
„sehr geehrter 183 köpfiger nationalrat! hohes haus! gestern hat mir von dir geträumt. es war ein österreichischer traum mit vielen fragezeichen”. Herr Tilgner leidet unter Schizophrenie und schreibt nicht nur Briefe an den 183-köpfigen Nationalrat, den er als eine Person wahrnimmt, sondern auch an seinen Hund in die Hundevertilgungsanstalt (Tierschutzhaus), der ihm weggenommen worden ist. Eine wahnwitzige Groteske mit tragikomischem Hintergrund entwickelt sich rasant zu einem Stück absurden Sozialdrama, in welchem Fiktion und Wirklichkeit Boogie Woogie tanzen. Daniel Böswirth wurde am 8.8.1968 in Kaltenleutgeben geboren, lebt als freier Autor und Fotograf in Wien.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
facebook.com/IODE.Perinetkeller

Jänner 2018 im Keller

Do 11.1. 19:30. Gerhard Jaschkes Nekrothek: Elfriede Gerstl. Der Lyriker und «Freibord»-Herausgeber setzt die Reihe seiner qualitätsvollen Nachrufe auf österreichische, anti-triviale LiteratInnen fort. Gerstl gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Grazer Autorenversammlung, die zur Plattform des gesellschaftskritischen Teils der österreichischen Literaturszene wurde. Als einzige Frau im Umkreis der Autoren der Wiener Gruppe und der frühen Aktionisten, die aus Wien vertrieben wurden, verbrachte sie die bewegten 60er Jahre in Berlin.

Mi 17.1. 19:30. Der ausgehungerte Zauberer. Daniil Charms (1905-1942) zählt zu den rätselhaftesten Poeten des 20. Jahrhunderts den letzten Avantgardisten der russischen Moderne. Der Charms-Herausgeber und -Übersetzer Alexander Nitzberg rezitiert seine sonderbarsten Gedichte.

Sa 20.1. 19:30. «du weißt, daß ich wie du ungern briefe schreibe»: Konrad Bayer in Briefen. Einmal mehr eine Premiere im Perineteller. Die konrad bayer gesellschaft präsentiert Briefe, die das Mitglied der avantgardistischen «Wiener Gruppe» an den Schweizer Schriftsteller und Revolutionär Giovanni Blumer schrieb. Einleitend berichtet der Literaturwissenschaftler Klaus Kastberger über diese Korrespondenz und über weiteres Bayer-Material, das kürzlich entdeckt wurde. Es lesen Isabelle Aberegg, Arnold Hofbauer, Helmut Pany, Renate Pittroff, Judith Schöbel und Reinhold Westphal.

Mi 24.1. 19:30. Fast ein Theater: Weiter weiter weiter. Ein zweites Mal haben politisch interessierte KellerbesucherInnen die Gelegenheit, die fiktiven Dialoge zur Oktoberrevolution zu hören, mit denen Michail Schatrow die sowjetische Öffentlichkeit spaltete. Eine szenische Lesung, unterbrochen durch «vandalistische» Zerstörung von Revolutionsliedgut. Mitwirkende: Walter Famler, Peter Friedl, Kathrin Gräble, Andrea Hiller, Rainer Krispel, Rudi Lehner, Traude Lehner, Felix Mautner, Maren Rahmann, Evi Rohrmoser, Martin Tichy.

Do 25.1. 19:30. Heidelinde Wimmer: Eintags-Ausstellung und Film. Die 1967 in Steyr geborene Künstlerin tauchte in Wien in das Grundwerk C.G. Jungs und die psychoanalytische Traumdeutung ein. Davon sind ihre Ölbilder geprägt, die sie im Keller unter dem Titel «Symbole des Individuationsprozesses» präsentiert. Im Rahmen der Vernissage zeigt Heidelinde Wimmer auch ihr psychologisches Filmexperiment «Fiery Spirit».

» Neu » Sa 27.1. 19:30. BJSLAD21JH: Kampf (Werk als Behauptung).
Lesereihe 4 junger südtiroler Autoren, die über ein halbes Jahr hinweg in Südtirol und Wien an wechselnden Orten veranstaltet wird. Für das Thema «Kampf» haben sich die Mitwirkenden – Gerd Sulzenbacher, Louis M. C. Schropp, Daniel Brandlechner und Matthias Vieider – den Perinetkeller ausgesucht; eine Wahl, die auch dem IODE gut gefällt.

Mi 31.1. 19:30. Der Kampf um die Stadt. Künstlerhaus wird zum Haselsteiner-Palast. Ein Tribunal gegen die forcierte Privatisierung der Kunst(-Infrastruktur) am Beispiel der Schenkung des Künstlerhauses an einen der führenden Bauunternehmer Europas. An der von ORF-Redakteurin Irene Suchy moderierten Debatte wirken die ehemalige Künstlerhaus-Programmausschuss-Leiterin Minna Antova, die Künstlerin Ilse Chlan (bekannt durch ihr antinationalistisches Nationalhymnenprojekt) u. v. a. mit.

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Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

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Dezember 2017 im Keller – Vorsicht! Warm anziehen!

Fr 1.12. 19:30. Erste Texte und jüngste Worte. Akt 2: Liesl Ujvary und Bodo Hell. Die Konzeption dieser vom Verein «Sprachspiel. Biennale West» initiierten Lesereihe nimmt ihren jeweiligen Ausgangspunkt bei den frühen und zum Teil vergriffenen Texten der Genannten: wie richtungsweisend waren sie? Ujvarys umfangreiches Werk, ein Laboratorium experimenteller sprachkritischer Verfahren, reicht von Prosatexten über Gedichtbände bis hin zu multimedialen Arbeiten, Hörspielen und fotografischen Artefakten. Der Dichter, Essayist und Künstler Bodo Hell lebt in Wien und im Sommer als Senn auf einer Dachstein-Alm. Sein vielseitiges Werk ist avantgardistischen Methoden verpflichtet und umfasst neben Texten auch Fotografien, Filme, Hörspiele, Musikalben und Theaterstücke.

Mi 6.12. 19:30. Einmal die Ohren kämmen, bitte! Der Futurist Wladimir Majakowski. In seinem Werk bündelt der Lyriker alle wesentlichen Impulse der russischen Moderne. Und ausgerechnet dieses Programm wird nachträglich auf Stalins Befehl im Sinne des Sozialistischen Realismus mutwillig umgedeutet! Die Übersetzungen von Alexander Nitzberg legen den radikalen Avantgardisten frei. Im Zentrum des Abends stehen die frühen sprachartistischen Experimente Majakowskis, kulminierend im Poem «Wölkchen in Hosen». Es ist erst der dritte Auftritt des aus Moskau stammenden Dichters und Majakowski-Übersetzers Alexander Nitzberg in der Perinetgasse 1 – und trotzdem haftet dem Zusammenhang Majakowski / Nitzberg / Perinetkeller schon etwas Legendäres an.

Do 7.12. 19:30. Freiheit, Fortschritt, Marmeladebrot. Duo Wolf & Licht und Ernst Lugmayr. Musik und Literatur im Keller. Musik vom Duo „Wolf & Licht“, Wolf Ratz & Stefan Lichtenegger. Stefan Lichtenegger: aka das Licht. Wolf Ratz ist ein in Bilbao geborener Sänger, Songwriter, Poet und Übersetzer spanischer Literatur. Der Schriftsetzer und Hausmeistersohn Ernst Lugmayr erzählt Episoden aus seiner Jugend im Grieskirchner «Glasscherbenviertel» in den 60er Jahren.

Sa 23.12. 19:30. 15 Jahre Slow Forward. So nennt sich die von Franz Sramek 2002 ins Leben gerufene Straßentheater- und Performance-Gruppe, die heute die schnellste Einsatzgruppe der Entschleunigungsbewegung ist. Die für ein jeweiliges Projekt benötigten Mitwirkenden sind aus einem Personentopf gefischt, der gegenwärtig aus etwa 40 Dramaturgie-Begabten besteht, DilettantInnen im ursprünglich positiven Sinn des Wortes. Kein halböffentlicher oder öffentlicher Raum ist vor ihrem provozierenden Kult der Langsamkeit sicher. Dabei geht es immer auch um das Recht auf Faulheit (ohne Lohnabzug!). Filmdokus, Live-Acts, Kellertanz.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
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Fotos von „Erste Texte und jüngste Worte. Akt 1: Brigitta Falkner und Dieter Sperl“

Am 23. November gab es im Perinetkeller:

video, vortrag, animation, storyboard, textfilm, diagramm, rebus, sequentielle kunst, flugschrift, filmtagebuch, diorama, konzeptuelle literatur, screenshot, sampling, aleatorik, textmaschine, kombinatorik, methodische dichtung, grundlagenforschung, palindrom, lipogramm, kunstradio, sprachsynthese, glossolalie.

Konzept: Ulrike Tauss für Biennale West – Sprachspiel. Verein für Literatur und Kunst.
Brigitta Falkner, Dieter Sperl. Lesung°Video°Dialog

fotos: georg theuermann, martin scheifele

November 2017 im Keller

Do 2.11. 19:30. Sugar Plum – Böse Mädchen Nacht. Die Ex-Friedrichshof-Kommunardin setzt sich wie ein Kuckuck ins ehemalig gemachte aktionistische Netz. Installationen, Objekte, Malereien, Aktionen, Filme (darunter «Mädchen lügen nicht», Dokumentation der Körperaktion mit NOYA in der Galerie C).
Fr 3.11. 19:30. Sugar Plum – Böse Mädchen Nacht.

Mi 8.11. 19:30 pünktlich. Kunst im öffentlichen Raum, Teil 2. Warum so viele Verbote? Was macht Kunst gefährlich? Vortrag von Erich Félix Mautner. Diskussion & Skriptum.

Do 9.11. 19:30. Michael Stavarič liest «Gotland»-Szenen. Wer ist eigentlich dieser Gott, über den alle sprechen? Wir werden es erfahren, im neuesten – bei Luchterhand erschienenen – Roman des österreichisch-tschechischen Schriftstellers und Übersetzers.

Fr 10.11. 19:30. Dampfbetriebene Liebesanstalt. Alexander Nitzberg, geboren in Moskau, lebt als Lyriker und Übersetzer in Wien. Er rezitiert seine Übertragungen der Gedichte russischer Futuristen – Majakowski, Burliuk, Chlebnikow und viele andere.

Do 23.11. 19:30. Erste Texte und jüngste Worte. Akt 1: Brigitta Falkner und Dieter Sperl. …sequentielle kunst, flugschrift, filmtagebuch, diorama, konzeptuelle literatur, screenshot, sampling, aleatorik, textmaschine, kombinatorik, methodische dichtung, grundlagenforschung, palindrom, lipogramm, kunstradio, sprachsynthese, glossolalie. Konzept: Sprachspiel. Verein für Literatur und Kunst.

Fr 24.11. 19:30. Achternbusch Trilogie: «Das Gespenst». DER Skandalfilm. Wegen Sätzen wie «Wenn das Brot mein Leib ist und der Wein mein Blut, was ist dann dieses Würstchen?» in Österreich wegen «Herabwürdigung religiöser Lehren» auch heute noch verboten. Nach dem Film (84 min) Diskussion mit Otto Dünser (Zensurkritiker) und Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren).
Sa 25.11. 19:30. Achternbusch Trilogie: «Bierkampf». Witzigster Film des bayrischen Kino-Avantgardisten. Mischung von Spielfilmhandlung und dokumentierter Realität. Achternbusch als Polizist beim Münchner Oktoberfest (85 min).
So 26.11. 19:30 Achternbusch Trilogie: Best and Worst of. Filmpassagen. Ein Querschnitt durch das filmische Werk Achternbuschs, von Victor Halb kommentiert.

Do 30.11. 19:30. Jaschkes Nekrothek, die Dritte: Erinnerung an Joe Berger. Der Wiener Boheme-Literat, gestorben im Mai 1991, war nicht nur durch seine skurrilen Texte, sondern auch durch seine Präsenz in der Wiener Avantgardeszene und durch seine Aktionsgruppen (z.B. «Arbeitsgruppe Bauernschnapsen») bekannt. Ein Abend mit dem «Freibord»-Herausgeber Gerhard Jaschke, Sara Berger und Überraschungsgästen.

Fr 1.12. 19:30. Erste Texte und jüngste Worte. Akt 2: Liesl Ujvary und Bodo Hell.

 


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
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