Oktober 2020 im Keller

Do 8.10. 19:30. Eine musikalische Buchpräsentation:«Musikarbeiter unterwegs» von Rainer Krispel. Auswahl aus hunderten Musikartikeln, die die Wiener Straßenzeitung Augustin veröffentlichte. Lesung, dann Livemusik: «Hirn mit Ei» (Mario Lang, Gesang; Andi Lechner, Gitarre; Vincenz Wizlsperger, Kontrabass) Zum Abschluss das Sibylle Kefer Trio. Insgesamt ein Live-Programm, das zwischen Lamourhatscher und Punk mäandriert.

Sa 10.10. 19:30. And always die Liebe im Knopfloch meines Mantels. Die Berliner Writers‘ Damen Maria A. Druckenthaner und Felicitas Jacobs spinnen ein Netz von Lyrik und Geschichten aus dem Berliner Stadtleben, berichten von alltäglichen Überraschungen, erzählen vom Drama der kleinen Dinge und der Komödie der Sehnsucht. Beide hat das Schicksal nach Berlin gewürfelt, die eine aus dem Rheinland (Jacobs), die andere aus Österreich (Druckenthaner). Die Stadt wird sie wohl niemals loslassen.

Do 22.10. 19:30. Wien, Ort des Möglichen. Eine Kooperation zwischen Gleis 21 / Änderungssalon und Perinetkeller. Inspirierende Beispiele aus europäischen Städten wie Barcelona zeigen, wie Stadtentwicklung in Zeiten der Klimakrise aussehen kann. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo formuliert es so: «Asphalt überall dort zu beseitigen, wo es möglich ist, erlaubt der Stadt nicht nur, tief durchzuatmen, sondern verleiht ihr auch einen neuen Atem« Ort: Gleis21, Holzhaus am Helmut Zilk-Park, Sonnwendviertel.

Sa 24.10. 19:30. Top 10 Lockdown 20. Vernissage, Musikperformance. Als die Stadt in die Stille sank und der Himmel sein tiefdunkles Blau der Unendlichkeit zeigte, konnte man sich entweder der Angst vor dem lebensbedrohlichen Virus hingeben oder der Seelenbaumelei, dem Spiel mit den Musen. Ulli Gladik (Öl, Aquarell) und Martin Tichy (Gitarre, Loops) wählten zweiteres. Sie tauchte in die Welt der Formen und Farben, er versank in Rhythmen, Sounds und Harmonien.

Di 27.10. 19:30. Stalin, Sex und Kalte Kriege. Karl Wiesinger (1923 – 91), Linzer Schriftsteller und KP-Aktivist, Widerständler unterm NS-Regime, später Kellertheatermacher, Romancier ohne Resonanz, schließlich Kurzzeit-Berühmtheit als Fake-Bauern-Literatur-Avantgardist Max Maetz: eine Biographie wie eine ungeschriebene Tragikomödie. Es sprechen und lesen: Florin Mittermayr (Regisseur, Musik- und Stimmarbeiter) sowie Georg Hofer und Helmut Neundlinger (Herausgeber des Katalogs zur Ausstellung über Karl Wiesinger im Linzer StifterHaus).


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

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September 2020 im Keller

Di 1.9. und Mi 2.9., jeweils 19:30. Ohne Gnade. Rund 20 Kunstschaffende aus dem Umkreis des Instituts ohne direkte Eigenschaften zeigen in atemloser Sequenz Resultate ihrer Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie und ihrer Nutzbarmachung durch zitzerlweise Perfektionierung von Überwachungssystemen.

Do 3.9. 20:00. Michael Gordon, „Timber“, gespielt vom Studio Percussion Graz. Dieses Grazer Ensemble wurde 1979 von Günter Meinhart gegründet. Neben eigenen Projekten im zeitgenössischem Bereich pflegt die Gruppe grenzübergreifende musikalische Zusammenarbeit. Bei der Produktion „Timber“ geht es um klangliche Verdichtung und um Reduktion.

Sa 5.9. 19:30. Beate Wallner und die Alten Schwestern. Beate Wallner liest eine Auswahl poetischer Texte und philosophischer Alltagsprosa. Ihr Schreiben reflektiert zwischenmenschliche Begegnungen und den Umgang mit Emotion und Realität. Musikalisch untermalen die Alten Schwestern (Thomas Berghammer, Paul Skrepek und Heimo Wallner). Heimo Wallner zeigt unter dem Titel „Lichtige Reben in Flaschen“ assoziative Zeichnungen zu Szenen aus dem Leben der Beate W. Der abwechselnd in der Steiermark und in Vermont/USA lebende Grafiker der nackten Welt ist auch für seine Zeichentrickfilme bekannt.

Sa 12.9. 19:30. Vier Jahre Perinetkeller. Ein kleines Geburtstagsfest. Lasst euch überraschen.

So 13.9. 19:30. „SchrammelBach“: Vertonung des „Requiem Viennense“ von H.C. Artmann. „SchrammelBach“ sind: Peter Hudler, Violoncello, und Andreas Teufel, Wiener Knopfakkordeon. Dem Perinetkeller sind keine amourösen Dreierbeziehungen fremd, vor allem, wenn es um das Trio Wiener Schmalz, Wiener Klassik und Wiener Gruppe geht.

Fr 18.9. 19:30. Jeden Tag Cowboy. Präsentation der Viktor Rogy- Biografie mit dem Autor. Bewunderungskünstler, Lehmstecher Gottes, Verachtungsvirtuose – der Auftritt von Viktor Rogy (1924-2004) markiert einen einsamen Höhepunkt in der österreichischen Nachkriegskunst. Der Dichter, Bildhauer, Tänzer, Designer, Konzeptkünstler und Aktionist war nicht von dieser Welt. Unter anderem lebte er im Klagenfurter Gartenhaus der Malerin Maria Lassnig. Der Wiener Kunstpublizist Wolfgang Koch präsentiert 555 Seiten Rogy- Biografie.

Do 24.9. 19:30. Alfred Goubran: „Schmerz und Gegenwart. Ritzungen“. Buchpräsentation und Autorengespräch. Moderation: Wolfgang Koch. Es geht um eine selten thematisierte Kritik der Schule: Vermittelt sie nicht eine Lebenshaltung, ein Welt- und Menschenbild, das in erster Linie der Zerstreuung förderlich ist. Goubran, vaterseits ägyptisch, stellt sich auch als Musiker und Sänger vor – u.a. als Gründer der Band „nabil&friends“.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

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August 2020 – AALE IN DEN KELLER

Fr 14.8. 19:30. Ein Fest für Hugo Sonnenschein. Eine Revue von Papiertheater Zunder und laut fragen – an der Schnittstelle von Leseperformance und Puppentheater. Im Rahmen eines turbulenten, szenischen Festaktes wird der mährische Schriftsteller, Vagabund und Revolutionär Hugo Sonnenschein (1889-1953) geehrt. In den politisch bewegten 1920er Jahren nahm er sich kein Blatt vor den Mund, später kämpfte er gegen den aufkeimenden Nationalsozialismus, überlebte Auschwitz und verstarb in einem stalinistischen Kerker in Mirov. Im Stück wird sich Hugo Sonnenschein noch einmal kräftig zu Wort melden.
Das Papiertheater Kollektiv Zunder brennt für libertär-emanzipatorische Politiken und macht Theater an der Schnittstelle von Geschichte, Aktionismus und Medienkunst.
laut fragen ist ein Musik- und Performanceprojekt von Maren Rahmann und Didi Disko, das sich im Spannungsfeld von Post-Punk, experimenteller Elektronik und Pop bewegt. Während der Schwerpunkt der Texte bei Gesellschaftspolitik und Utopie liegt, ist der Sound von einem steten Wandel, einer permanenten Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Grenzüberschreitungen geprägt.
Die beiden Gruppen nehmen anschließend am Internationalen Vagabundenkongress in Berlin teil.

Di 1.9. und Mi 2.9. , jeweils 19.30. OHNE GNADE – Kunst und Corona. Der Pfarrer einer Wiener Vorstadtkirche hat seine Freunde aus einem linken Chor gebeten, Protestchöre für die Rebellion im Gotteshaus zusammenzustellen. Das staatliche Pandemie-Management hatte beschlossen, die Gesangelemente aus den Liturgien zu streichen, um die Ansteckungsgefahr zu drosseln. Die Sängerinnen lächelten.Wenn der große Katholizismus auf sein Ave Maria verzichten muss – was kann der zur neuer Stärke kommende Staat noch alles zentralistisch dirigieren? Wird noch viel Rotes sein, am Tag, der kommt? Oder vielmehr viel Totes, wie Brecht es ahnt: Was liegt denn da im Kot? / Irgend etwas liegt doch im Kot. / Da liegt etwas, das ist mausetot. / Aber das ist ja das Volk!
In den Tagen der Quarantäne waren Kunstschaffende die ersten, die die utopischste aller Corona-Ideen ansprachen: dass eine sich selbst reflektierende zivile Gesellschaft nie in Panik ausbrechen kann – außer der Klimawandel lässt Teile Bangladeschs verschwinden. An zwei Abenden – «Ohne Gnade» – zeigen Kunstschaffende aus dem Umkreis des Instituts ohne direkte Eigenschaften, wie sie die Virus-Katastrophe in ihre künstlerisch-politische Arbeit integrierten.
Die TeilnehmerInnen am Dienstag: Maren Rahmann und Didi Disko (laut fragen), Thomas Paul, Stevie Vukics, Ursula Hofbauer, Pan Papillon, Heino Fischer, Robert Sommer, Daniel Böswirth, Zsuzsi Vecsei.
Die TeilnehmerInnen am Mittwoch: Victor Halb, Sugar Plum, Susanne Kompast, Margot Hruby, Eva Brenner, Anka Mairose, Andrea Hiller, Patrizia Ehrenfried-Fischer.
Kurzbeiträge in den Genres Videokunst, Musikvideos, Literatur, bildende Kunst, Performance, Live Musik … und ein Tanz mit dem Tod.
Reihenfolge und TeilnehmerInnenliste: Änderungen vorbehalten. Spenden höchst erwünscht.


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Februar 2020 im Keller

Sa 8.2. 19:30 *Literett mit Nadia Baha. Ein Mix aus «Lesen und lesen lassen» sowie «Underground», den beiden Kabarett-Programmen der in einem breiten Spektrum produktiven Künstlerin. Dazu Beispiele aus ihrer aktuellen literarischen Textarbeit. Nadia Baha versteht sich als Satirikerin, Literatin, Musikerin, Übersetzerin und Journalistin. Und doch beschreibt das nicht ihre ganze Bandbreite. «Ich organisiere – und menschle«, schließt sie den Bogen. Dem Smartphone hat sie sich – wie bisher wenige Leute – konsequent verweigert, was die Eruption ihrer Ideen, wie wir am Samstag im Keller hören werden, nicht beeinträchtigt. www.nadiabaha.com

Do 13.2. 19:30 «Joseph Roth mit zwei Cellos». Literaturprogramm mit klassischer Musik. Der Maler und Comiczeichner Reinhard Trinkler («Kottan ermittelt», «Der Bankert vom Naschmarkt», «Falco – Die Legende lebt») liest Joseph Roths Novelle «Der Vorzugsschüler» von 1916 über den Primus Anton, der im Leben fast alles richtig anstellt, sich jedoch das Lachen und Lieben versagt. Musikalisch untermalt wird der Abend von den beiden Cellistinnen Livia Klein und Jun Aigner mit klassischen Melodien zwischen Beethoven und Bach.

Fr 14.2. 19:30 Dionysos befiehlt: HABT ACHTL! … und bittet euch zum Fest an seinem angestammten Datum. Die Wiener Malerin Raja Schwahn-Reichmann verfolgt einen Plan, wie er sich für eine angebliche Weinmetropole ziemt: Sie will Wien zu einem neuen Hotspot des Dionysos-Kults machen. Den Perinetkeller verwandelt sie dafür in eine gemalte und inszenierte bukolische Landschaft, die sie mit möglichst entsprechend gewandeten Gästen füllen will. Gold, Rot, Felle, Efeu (der ist auch im Februar grün) heißt die Devise. Wer glaubt, den Kostümerwartungen nicht gerecht werden zu kennen, dem oder der bietet die Malerin im Vorfeld Kostümberatung an (0676 4953133). Ihr Wunsch: «Haltlose Damen mit heiligem Lüstl treffen auf lose Herren mit göttlichem Dürstl». Eintritt: Spenden.

Mi 26.2. 19:30 Film und Katastrophe II – Zukunftsfiktionen. Was sich einst nur in Büchern oder Filmen als Katastrophenimagination ausmalen ließ, hat auf unheimliche Weise Eingang in unsere Alltage gefunden: Während Venedig unter Wasser steht und mehrere Alpenregionen im Schneechaos ersticken, steht auf der anderen Seite der Welt ein ganzer Kontinent in Flammen. Die aktuelle Gegenwartsdiagnose kommt von der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Eva Horn: «Unsere Gegenwart ist die Zukunft, vor der die Umweltbewegung immer gewarnt hat.» Im Zentrum des Abends stehen Zukunftsfiktionen und Richard Fleischers Film «Soylent Green» (1973), der eine Gesellschaft im Jahr 2022 zeigt. Film und Katastrophe wird präsentiert von Daniel Brandlechner und Jenny Legenstein.

Fr 28.2. 19:30 Eine Chance für Linkes und Gedrucktes? Im November 2019 ist mit dem TAGEBUCH erstmals eine neue 60 Seiten starke Zeitschrift für Gesellschaftskritik und linke Debatte im österreichischen Einzelhandel erschienen. «Wenn Print wachsen kann, dann in einzelnen Nischen, die spezifische Bedürfnisse bedienen. Das zeigen auch Beispiele, die uns inhaltlich recht nahe sind und die großen Erfolg haben», sagt Samuel Stuhlpfarrer, der das Heft herausgibt. Das Institut ohne direkte Eigenschaften hat ihn in den Keller eingeladen, wo er die aktuelle Ausgabe des TAGEBUCH vor und zur Diskussion stellt.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

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Jänner 2020 im Keller

Do 16.1. 19:30 Das Protestlied. Peter Grusch stellt seine Sammlung vor. Laut Wikipedia sind Protestlieder eine junge Liedgattung. Aber nicht immer hat Wikipedia recht. Walter von der Vogelweide sang gegen den Papst. Und Goethe war von den Liedern der französischen Revolution 1789 abgeschreckt: «Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!» Viele Protestlieder sind noch unbekannt und schlummern in staatlichen Archiven, wo sie auf Anordnung von Metternich durch Lehrer, Pfarrer u.a. abgeliefert werden mussten.

Fr 17.1. 19:30 «Sartres geheimster Schüler und die Revolutionärin». Aus dem Debüt-Roman Pan Papillons liest das wirklich-Quartett – bestehend aus dem Literaten Martin Bachler, dem Schauspieler Marvin, der Künstlerin Tintorella Papillon und dem Autor selbst. Eine Reflexion über die Wirklichkeit, eine Weltreise für Revolutionär*innen, die Abrechnung mit Faschismus und Neoliberalismus und die Gründung einer Stäätin. Der Mensch ist Freiheit. Und Sartres geschlossene Gesellschaft in einem Kellerverlies mit Osama Bin Laden? Gehört sie zu seinem Sein dazu? ENTWARNUNG für die werten Gäste der abgesagten Lesung im November: Der Ofen heizt!

Mo 20.1. 19:30 Nawid ist weg. Eine Lesung für einen umherirrenden Freund. Tag für Tag verschwinden Menschen aus unserer Mitte. Menschen, die versucht haben, in Österreich ein Leben in Würde und Sicherheit zu führen, werden in Schubhaft gesperrt und immer öfter auch abgeschoben – sogar nach Afghanistan, obwohl dort Krieg und Gewalt herrschen. Oder sie flüchten nach Frankreich und Italien weiter. Ernst Schmiederer präsentiert das »Buch für einen umherirrenden Freund“» sowie die Forderung nach einem Hierbleiberecht – wer seit drei Jahren hier ist, muss hierbleiben dürfen!

Mi 22.1. 19:30 Wolfgang Glechner liest «Putenwurst, aber vom Krokodil» und andere Minidramen voller hintergründigem Humor. Er blickt auf eine bunte Bio zurück – Biologiestudent, Buchhändler, Volksschullehrer, Kellner, Bildender Künstler. Aufgewachsen in Braunau, stellt Glechner auch einen einer fünf Romane vor: «Niemand ist in Braunau geboren».

Do 23.1. 19:30 Film und Katastrophe I – Katastrophenwahrnehmung. Rede, Film und Diskussion. Eine mehrteilige Reihe widmet sich der filmischen Darstellung von Erdbeben, Unwettern, Schiffsunglücken, Hochwassern, Murgängen, Lawinen, Tornadostürmen, Verkehrsunfällen, Hungersnöten, Seuchen, Ausrottungen, Terroranschlägen und Monsterangriffen. Ist die Lust an der Katastrophe eine angemessene Form der Reaktion? Oder ist sie nur eine weitere Äußerung der Ohnmacht und bleibt reine Katharsis? In der an die Filmschau anschließende Diskussion soll über diese Frage und über die Wirkungsmächtigkeit der Katastrophen jenseits ihrer materiellen Schäden gesprochen werden. Kunst und Katastrophe wird präsentiert von Daniel Brandlechner und Jenny Legenstein.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

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Dezember 2019 im Keller

Mo 9.12. 19:30 Vor mir sind Anständige zu beschützen. Günther Geiger stammt aus Dornbirn, wo er obdachlos war, und lebt in Wien, wo er 26 Jahre lang als Herausgeber des hochkulturfeindlichen Literaturmagazins WIENZEILE wirkte. Er war gleichzeitig auch Straßenkolporteur seines Magazins. Sein Freund, der Musiker Peter Skibar, trägt Passagen aus Geigers autobiographischer Novelle «Der Abbruch» vor, die im Dornbirner Randmilieu spielt, und gibt einige Lieder zum besten.

Do 12.12. 19:30 Bruno Jasienski – Hommage an ein enfant terrible. Weltbekannt in Krakau und Tadshikistan. Geboren in der Monarchie, gleich neben Majdanek, Schulbesuch in Russland, Bürgerschreck und führender Futurist von Krakau, dann Kommunist, dann Mitglied des Obersten Sowjets Tadshikistans, dann hingerichtet und spät rehabilitiert. Lesung aus Jasienski-Texten (übersetzt von Elisabeth Namdar) und Simultanübersetzung eines Filmausschnitts von «Ein Mensch wechselt seine Haut». Bruno Jasienski wird präsentiert von Kurt Kostron, Gerald Mach, Elisabeth Namdar, Maren Rahmann und Wladimir Uljew.

Fr 13.12. 19:30 Jakob Haringer – Hommage an einen Dichter und Vagabunden, der seine Biografie verfälschte. Er verfasste tausend Gedichte und blieb dennoch unbekannt. Der Autor Dieter Braeg versucht mit seinem Buch «Jakob Haringer – Du bist für keinen Stern, kein Glück geboren!», die Erinnerung an den bayrischösterreichischen Schnorrerkönig aus der Zwischenkriegszeit am Leben zu erhalten.

Mi 18.12. 19:30 Gotthard Fellerers TIRADEREIEN – SCHRÄG & GERADE.
Der Maler, Interakt-Künstler, Musikant, Publizist, Zeitungsherausgeber und mit Kunstpreisen überhäufter Perinetkellerfreund ist in den Provinzstädten des Ostens wie St.Pölten, Wr. Neustadt, Schwechat, Wien und Krems bekannt wie falsches Gold (Selbstkategorisierung). Fellerer ist zum zweiten mal im Keller, und wieder gilt es, eine neue Ausgabe seines beispiellosen Kunstmagazins BRAVDA zu feiern. Musikerkollege Hans Delanoy hat einschlägige Unterstützung angesagt.

Fr 20.12. 19:30 Live Konzert: Cigarettes and Chokolatemilkband. Das aus Andreas Haidecker (Gitarre), Philipp Kienberger (Bass) und Anna Anderluh (Gesang) bestehende, am liebsten unverstärkt spielende Trio kombiniert spielerisch freie Improvisation und Klassiker der Beatles, Neil Young, The Police und Rufus Wainwright. Dazwischen auch einmal ein ungekünstelt, einfühlsam oder auch eigenwillig gespielter Jazzstandard oder die Bluesklampfn. Ein Angebot, mit dem IODE-Team den Beginn der kurzen Kellerwinterpause zu feiern. Am 16.1. geht´ s wieder los!


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November 2019 im Keller

Fr 8.11. 19:30. Ausstellungseröffnung Ina Riegler. Die künstlerischen Arbeiten der Klagenfurterin stellen einen gemalten inneren Monolog dar, der ihre Rolle als Frau reflektiert. Sie ist eine Künstlerin, die lieber der Gesellschaft unmissverständlich feministische Aufträge erteilt, als dass sie selbst Aufträge entgegennimmt.

Di 12.11. 19:30. Der Wiener Soziologe Manfred Krenn stellt sein Buch vor: «Die Haare des Kaiman. Kuba – Nahaufnahmen einer desillusionierten Gesellschaft». Er erwartet eine spannende Diskussion über seine Thesen. Das Buch basiert auf intensiven Recherchen, Interviews und Alltagsbeobachtungen. Die analytischen Teile nehmen zentrale Probleme der kubanischen Gesellschaft in den Blick: Armut, Alltagsrassismus, Schwarzmarkt, Massentourismus. Dazu Kurzvideos, Mojito und zuletzt Musik abseits der Klischees.

Mi 13.11. 19:30. Peter Schaden zelebriert die neue FLUCH’T’RAUM-Ausgabe. Sinnstiftend für die Etablierung der Zeitschrift war die Migrationsthematik von 2015 ff. und das damit verbundene Unvermögen der Europäischen Union, mit sozialen Themen genauso solidarisch umzugehen wie mit wirtschaftlichen. Der Verleger Peter Schaden (edition fza) organisiert seit 1992 den Wiener Werkstattpreis für Literatur.

Fr 15.11. 19:30. «Sartres geheimster Schüler und die Revolutionärin». Aus dem Debüt-Roman Pan Papillons liest das wirklich-Quartett – bestehend aus dem Poetry-Slamer Martin Bachler, dem Schauspieler Marvin, der Künstlerin Tintorella Papillon und dem Autor selbst. Eine Reflexion über die Wirklichkeit, eine Weltreise für Revolutionär*innen, die Abrechnung mit Faschismus und Neoliberalismus und die Gründung einer Stäätin. Der Mensch ist Freiheit. Und Sartres geschlossene Gesellschaft in einem Kellerverlies mit Osama Bin Laden? Gehört sie zu seinem Sein dazu?

Do 21.11. 19:30. Die wundersamen Abenteuer des Nasreddin Kürtler. Die schrägste und kritischste Migrantenkomödie, die je nicht zustandekam! Mehmet Emir und Richard Schuberth zeigen im Perinetkeller noch einmal ihren Kurzfilm aus dem Jahr 2015. Letzterer, Regisseur und Autor, wird zudem Szenen aus dem (bereits 2002 entstandenen) Drehbuch und andere satirische Texte zum Rassismus der linksliberalen Kulturgourmets vorlesen. Danach Diskussion. Und Hauptdarsteller Mehmet Emir wird eigene Kurzfilme präsentieren.

Sa 23.11. 19:30. Das kleine Lazarett. Seit rund 20 Jahren dokumentiert des Wiener DIY-Kollektiv Early Morning Melody das musikalische Schaffen von Freunden und Nachbarn (unabhängig von ihrem Abstand zur Musikindustrie) und steckt dieses in prächtige Verpackungen. Zum Jubiläum zeigt das Label verschiedene Covers und ihren künstlerischen Ursprung mit Fotografie und Malerei von Klaus Pichler, Christian Qualtinger, G.R.A.M., Elsa Okazaki u.v.m. Dazu präsentieren Hirsch Fisch ihre aktuelle Single „Zweite Kassa bitte“.

Mo 25.11. 19:30. Über Fritz Zweigelt und die braune Wein-Prominenz – und über deren skandalöse Rehabilitierung in der zweiten Republik – im eben erschienenen Standardwerk zur Geschichte des österreichischen Weines. Am Podium: Willi Klinger, Herausgeber, österreichische Weinmarketing Ges.m.b.H; Robert Streibel, Mitglied der Historikergruppe, von der sich die ÖWM beraten lässt; Blauer Montag-Produzent Friedl Umschaid (Herrnbaumgarten, NÖ); eine Sprecherin des Instituts ohne direkte Eigenschaften. Ps: falls Sie Geschenke suchen: Den Blauen Montag gibt´s im Keller flaschenweise…


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Oktober 2019 im Keller

Mi 2.10. 19:30 ¿español? türkçe? jandlisch! Durch den Perinetkeller wird nicht nur ein Wort fetzen, das einer spanisch vorkommt, oder einem türkisch, aber doch vertraut wie… konkret eh poesie. Virginia Maza, Hayati Yıldız und Erhan Altan helfen jandlschen Dichtungen, in diese fremde Gefilde überzusetzen und sich trotzdem wohl zu fühlen. Der Stirnscheitelunterschwang wird zum alınperçemgebeşşağı und gar zu el agiteosubenrayafronte. Moderation: Helmut Neundlinger und Klaus Federmair.

Mo 7.10. 19:30 Martin Bachler stellt vor: «Das Wiener Plateau». Es ist das eigentliche Erstlingswerk des schrägen Poetry-Slamers – ein Produkt aus dem Genre der Wien-Romane. Das Motto hat jedoch ein Russe beigesteuert: «Es geschehen gelegentlich Dinge, die keinerlei Glaubwürdigkeit mehr besitzen.» (Gogol).

Sa 12. 10. 14:00 Die Avantgarde am Zentralfriedhof. Die Speerspitzen liegen, verdrängt von »Avantgarde-Routinen« (Thomas Raab), unter der Erde. Vorbei die Revolten gegen die Zeit, vorbei die Versuche einer allgemeinen Kritik des Augenblicks. Wolfgang Koch führt zu zwanzig Vergessenen und Unvergessenen aus den Tagen, als es noch Einfachereignisse gab: Architektur, Austromarxismus, Experimentalfilm, Dichtung, Gesundheit, Medizin, Militär, Politik, Psychoanalyse, Sozialphilosophie, feministische Theologie, Völkergeist. Treffpunkt: Tor II, Simmeringer Hauptstrasse 234. Dauer: 2-3 Std., beschränkte Teilnahmezahl, Anmeldung: robso@chello.at, Ausweichtermin (bei Regen): SA 19.10., 14:00.

Mi 23.10. 19:30 Brechtliederabend: Wer trägt die Spesen? Mit Margot Hruby (Gesang) und Ursula Schwarz (Klavier). Eine Produktion der Experimentaltheatergruppe FLEISCHEREI_mobil im Rahmen des Utopie-Projekts 2019. Die Texte der 30er Jahre sind ums Verrecken aktuell. Versprochen: Es wird ein gnadenloser, der Liebe, dem Zorn und der Poesie geweihter Abend. Anschließend Publikumsdiskussion über Bertolt Brecht.

Do 24.10. 19:30 Das Verschwinden der Glühwürmchen & die Dialektik der Befreiung. Performance. Das langfristig angelegte UTOPIE-Projekt der Theatergruppe FLEISCHEREI_mobil unter der Leitung von Eva Brenner fördert die verschüttete Idee der Utopie, der Visionen einer besseren Gesellschaft zutage. Eva Brenner, deren Team Texte von Herbert Marcuse, Pier Paolo Pasolini und Bert Brecht verarbeitet, hat den Perinetkeller als stimmigen Ort der Premiere ausgewählt. Weitere Informationen unter www.experimentaltheater.com. Vorreservierungen unter: office@experimentaltheater.com, tel: 0699 1 9900952

Mo 28.10. 19:30 Spielt Artmann, spielt Lyrik! Das IODE folgt dem Aufruf der IG Autoren: Nachdem der ORF den Dichter für «bedeutungslos» für die Gegenwart hält, wird dagegenpoetisiert. Der Schauspieler, Autor und Musiker Heino Fischer («H.C. Artmanns Med ana schwoazn dintn hat mir als Jugendlicher eine Welt der Lyrik eröffnet») präsentiert u. a. Vertonungen von Artmann-Texten. Der Autor Daniel Böswirth liest aus allerleirausch und legt die eine oder andere H.C. Artmann-Schallplatte auf, damit nicht nur der Ofen knistert.

Mi 30.10. 19:30 Brigittenau flimmert – Filmschaffende in der Brigittenau. Im Rahmen dieser Filmreihe des Kulturvereins Zwischenraum wird im Keller «Es muss was geben» gezeigt (Dokumentarfilm, Ö, 2010, 104 min. Regie, Schnitt: Oliver Stangl & Christian Tod). Es ist die intelligenteste und beste Filmdoku über die heimische Musikszene, die in diesem Land je gedreht wurde.


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Perinetkeller im Sommer-Koma – Vorschau auf Sebtember

11.9. Film: Die rote Linie (2019). Dokumentation über den ideen-sprühenden Widerstand gegen den Braunkohle-Abbau in Deutschland. Gespräch mit dem Aktivisten Clumsy.

13.9. Doppellesung: Curd Duca und Stefanie Wolff. Neoexpressionistische Kampflyrik.

16.9. Konzert: ander.linger surprise. Mit Stefan Sterzinger und Anna Anderluh.

20.9. Neues Buch: «Finding Hermann Nitsch» von Wolfgang Koch. Thema: Nitschs Theatertheorie. Gutes Befinden vorausgesetzt, betritt Meister Nitsch seit 50 Jahren erstmals wieder den Aktionistenkeller.

26.9.Musik und Doppel-Lesung: SarahBernhard
SarahBernhardt singen Dialektchansons mit Harfe und Ukulele. Sie erzählen Geschichten rund um den inneren, aber auch den äußeren Schweinehund.

29.9 Kabarett: «Aufschneiden», das aktuelle Programm Didi Sommers, der Monolog eines Altbauern. Achtung! Zeit und Ort ungewöhnlich! Beginn: 11 Uhr vomittags. Ort: Gaußplatz. Im Freien. Nur bei trockenem Wetter. Vor dem Lokal des Aktionsradius, Gaußplatz 11

2.10. Spanisch, türkisch, Jandlisch? ÜbersetzerInnen aus drei Ländern über das fast unlösbare Problem, Jandls Gedicht «Heldenplatz» in andere Sprachen zu übersetzen.

Beginn jeweils 19:30. Ort: 1200, Perinetgasse 1. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.


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3 JAHRE INSTITUT OHNE DIREKTE EIGENSCHAFTEN – 3 JAHRE PERINETKELLER NEU

Das Geburtstagsfest

Wer die Blechtür zum Keller des Hauses Perinetgasse 1 im 20. Bezirk aufmacht, was nur mit Anstrengung gelingt, wird enttäuscht sein von der Bescheidenheit des Raums, der doch in Kunstkreisen zwischen Scheibbs und Nebraska als Kultort der radikalsten künstlerischen Avantgarde Europas nach dem 2. Weltkrieg, der Wiener Aktionisten, bekannt ist. Im Perinet-Keller, von Otto Muehl 1962 angemietet und in selbstironischer Blasiertheit zum «Institut für direkte Kunst» erhoben, fanden viele Material- und Körperaktionen statt. Die so genannte Blutorgel-Aktion mit der symbolischen Vermauerung des Eingangs ist die bekannteste. Die Größen der österreichischen Film-Avantgarde, vor allem Kurt Krenn und Ernst Schmidt, haben im Keller gedreht. Ihre Filme sind aber nicht bloß Dokumentationen, sondern Kunstwerke von eigenständigem Wert.

Was die Aktionisten hinterlassen haben, sind Spekulationsobjekte geworden. Der Crew, die vor drei Jahren begonnen hat, den legendären Keller wieder mit Leben zu füllen, hat keineswegs vor, Muehl, Nitsch und Co. zu fetischieren. Zu viele ihrer Werke hängen in Bankdirektorenzimmern und an anderen Wänden der Macht. Die Provokation hat ihre aufrüttelnde Funktion verloren und ist zur Ware geworden.

Die Rechten innerhalb und außerhalb der aktuellen Regierung verschärfen dennoch ihren Kampf gegen die Avantgarde, weil ihnen der grundsätzlich widerständige Aspekt von Kunst nicht geheuer ist. Kunst muss unpolitisch bleiben, fordern sie, und der Perinetkeller wird – weil er diese Forderung zurückweist – ein Objekt des Ärgenisses. FPÖ-nahe soziale Medien warnen ihr Klintel vor dem «Kinderschänderkeller», in dem das massenweise «Verschütten von Menschenblut» zum guten Ton gehört habe. Diese Kriminalisierungs-Kampagne zielt auf das Prinzip der Freiheit der Kunst. In der Verteidigung dieses Prinzips überschneiden sich die Intention der alten und der neuen Kellernutzer.

Gänzlich ohne Subventionen, aber auch ohne nennenswerte private Spenden hat der Betreiber des Kellers – das Institut ohne direkte Éigenschaften (IODE) ¬– in ehrenamtlicher Arbeit für einen Veranstatungsreigen gesorgt, der Freund und Feind ins Staunen brachte: die Statistik redet von fast 300 Veranstaltungen seit der Gründung. Das intensive Geburtstagsprogramm ist ein Geschenk der IODE an die BesucherInnen des Perinetkellers – und eine Gelegenheit für neue InteressentInnen, einen unvergleichlichen Freiraum kennenzulernen, dessen WC 70 Meter entfernt liegt, während die Distanz zwischen KünstlerInnen und Publikum oft weniger als 70 Zentimeter beträgt.

Das Programm:
Tag 1:
Mi 19. 6. 19:30
«Irgendwas gibts immer». Martha Labils performative Interventionen mit x-beliebigen Objekten, die von den ZuschauerInnen mitgebracht werden. Die Künstlerin weiß bis vor Beginn der Aufführung nicht, mit welchen Gegenständen sie es zu tun haben wird. Ihre Auseinandersetzung mit den auf der Bühne versammelten Dingen ist oft schonungslos und radikal. Vielleicht sieht es manchmal so aus, als würde sie ihr eigenes Leben in Gefahr bringen. Doch das ist Teil der Show. Vorprogramm: H. Peter Friedl liest Robert Sommer, musikalische Begleitung von Thomas Berghammer. Robert Sommers Monstertext «Sämtliche Erinnerungen, leicht gekürzt» ist ein work in process, im Schreibrausch verfasst und bar jeder Aussicht, am Markt anzukommen.

Tag 2:
Fr 21. 6. 19:30
Keine Macht für niemand! Mario (Lang: Stimme), Michael (Bruckner: Gitarre), Rainer (Krispel: Stimme), Vincenz (Wizlsperger: Kontrabass) und Walther (Soyka: Akkordeon) finden sich, solange bis sie als Musikerkollektiv nach Rio De Janeiro eingeladen werden, sporadisch als DIE RIO-REISER zusammen, um Lieder von RIO REISER und TON STEINE SCHERBEN zu spielen und singen. Zuletzt im Juni 2018 mit Deputy Rio-Reiser Alex Miksch beim zweiten Geburtstagsfest des Perinetkellers. Vorprogramm: «An die Liebe», eine Performance von Frantschesko und Harlekin.

Tag 3:
Sa 22. 6. 19:30
«Wo ich wohne» – eine Ilse Aichinger-Reise in die Untiefe, mit der Schauspielerin Anne Bennent und dem Akkordeonisten Otto Lechner. «Ich wohne seit gestern einen Stock tiefer. Ich will es nicht laut sagen, aber ich wohne tiefer. Ich will es deshalb nicht laut sagen, weil ich nicht umgezogen bin.» Vorprogramm: «Cinema Surreal», Kurzfilmleckerbissen von Doris Kittler und ein ahnungslosser Heinz Conrads, der sich auf das Gespräch mit dem sowjetischen Kosmonauten Gagarin nicht vorbereitet hatte und von einem Fettnapf in den anderen ¬– nein, nicht trat, sondern stürzte.