Februar 2019 im Keller

Fr 8.2. 19:30. Die Anarchistin und die Menschenfresser. Margot Hruby liest aus einem Roman von Eva Geber über das bewegte Leben von Louise Michel (1830 – 1905), der unerschrockenen Kämpferin und Ikone der Pariser Kommune. Die Schauspielerin Margot Hruby (gemeinsame Theaterprojekte mit Hubsi Kramar, Dieter Haspel, Peter Gruber u.v.a.) wird musikalisch unterstützt von Ursula Schwarz (Piano).

So 10.2. 19:30. WIEDERHOLUNG! «Von Graz nach Grinzing – oder Robert Blum im Himmel». Nach einem Hörspiel von Gerhard Rühm. Die zweite Produktion von FASTeinTHEATER. Diese Lesetheatergruppierung – künstlerische Leitung: Peter Friedl) – hat im Perinetkeller das Licht der Welt erblickt. Aufführung in (angefragter) Anwesenheit von Gerhard Rühm, Mitglied der «Wiener Gruppe».

Mi 13.2. 19:30. Irgendwas gibt’s immer. Performative Interventionen mit dahergebrachten Objekten von und mit Martha Labil. Jede Besucherin, jeder Besucher ist gebeten, einen Gegenstand mitzubringen, dem man zutraut, von der Künstlerin wiedererweckt, zweckentfremdet und / oder liebgehabt zu werden.

Mo 18. 2. 19:00. Blauer Montag im Vindobona. Als gastronomischer Partner der Wein-Entnazifizierungs-Initiative ABGEZWEIGELT geht dieses Brigittenauer Cafe-Restaurant mit gutem Beispiel voran und kredenzt den führenden österreichischen Rotwein, der seit 1975 den Namen Zweigelt trägt (eines 1945 wegen Volksverhetzung verurteilten Antisemiten), unter dem Namen «Blauer Montag». Künstlerisches Programm von Peter Friedl und Maren Rahmann. Patronanz: Lukas Resetarits, Otto Lechner. Weinverkostung.
Achtung! Diese Veranstaltung findet nicht im Perinetkeller, sondern im Vindobona, 1200 Wien, Wallensteinplatz 6 statt.

Mo 25.2. 19:30. Blauer Montag im Perinetkeller. Gute Weine verdienen gute Namen. Ratschlag der Initiative ABGEZWEIGELT. Eingeladen sind alle interessierten WinzerInnen, GastronomInnen, WeinhändlerInnen und WeinliebhaberInnen.
Die Initiative im Internet: www.abgezweigelt.at

 

Das Institut ohne direkte Eigenschaften empfiehlt: Buchpräsentation «Westend
Blues» von Walter Eckhart am Freitag 15. Februar, 19:30 in der Arena Bar, 1050
Wien, Margaretenstraße 117. Live-Musik: Blues von Al Cook.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

Programm Februar 2019

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
facebook.com/IODE.Perinetkeller

Die KünstlerInnen machen wieder blau

Ein IODE-Statement zu(m) Zweigelt / Pressekonferenz 13. 2. 2019

Thomas Leitner, Winzer aus Langenlois und Ururenkel von Dr. Fritz Zweigelt, drückt aus, was sicherlich die meisten österreichischen Weinbauern denken: «Aus wirtschaftlicher Sicht wäre die Umbenennung des Zweigelt eine Katastrophe. In ganz Nordamerika, Japan und in Europa sowieso, überall trinken die Menschen gerne Zweigelt. Wenn dann eine Bestellung eines Kunden kommt und wir sagen, es gibt keinen Zweigelt mehr – das würde uns zehn bis 15 Jahre zurückwerfen.»
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März 2019 im Keller

Mo 4.3. ab 19h. Zsuzsi Vécsei – Aus dem Rahmen.. Out Of Perinetkeller: Die IODE-Künstlerin Zsuzsi Vecsei löst die traditonelle Erwartung des Betrachters an ein Bild – glatte Fläche begrenzt durch einen Rahmen – auf. Damit sprengt sie den Rahmen eines Bildes und strukturiert die Glätte der Oberfläche in einer Weise, dass ihr Werk raumgreifend aus der Fassung gerät.
Kunstraum Wien Mitte, 1030 Wien, Invalidenstrasse 15
Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch und Freitag 16h – 19h, auf Ausstellungsdauer
Sonst nach telefonischer Vereinbarung: 06991 – 7130771
Finissage: Sonntag, 17.3.2019, 11h

Fr 15.3. 19:30. EMPFEHLUNG! Helmut Neundlinger im Gespräch mit Gabriele Petricek über ihr neues Buch «Die Unerreichbarkeit von Innsbruck» im Rahmen der Literaturserie «Buch & Buchtel». Ort: Arena Bar, 1050, Margaretenstraße 117.

Sa 16.3. 19:30. A WORLD WITHOUT WALLS. Im Februar und März 2019 finden in 149 Ländern über 900 Veranstaltungen des World Poetry Movement unter dem Titel A WORLD WITHOUT WALLS statt. Im Perinetkeller lesen: Thomas Antonic, Thomas Ballhausen, Thomas Brunnsteiner, Lucas Cejpek, Julius Deutschbauer, Verena Dürr, Michael Fischer, Natascha Gangl, Lydia Haider, Wolfgang Helmhart, Heinz D. Heisl, Michaela Hinterleitner, Max Höfler, Mark Kanak, Sina Klein, Margret Kreidl, Maria Muhar, Helmut Neundlinger, Florian Neuner, Gabriele Petricek, Judith Nika Pfeifer, Greta Pichler, Thomas Raab, Sophie Reyer, Tizian Rupp, Elias Schneitter, Dieter Sperl und Bernhard Widder.
Organisiert und kuratiert von Thomas Antonic und Ulrike Tauss.

So 17.3. 19:30 The European Grandma Project ist eine Initiative der in Linz lebenden Filmemacherin Alenka Maly. In Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Filmemacherinnen aus Italien, Island, Bulgarien, Russland, England, Griechenland und der Türkei entstand ein 85-Minuten-Film, in dem Großmütter ihren Enkeltöchtern die Geschichte(n) ihres Lebens erzählen. Die letzten 100 Jahre aus der Sicht von starken Frauen. Nach dem Film ein Gespräch mit Alenka Maly.

Mo 18.3. 19:30 . Zwei Filme von Alenka Maly. 1) «Noch gibt er nicht Milch» (45 min). Als der ukrainische Akkordeonist Andrej Serkov beim einem Konzert in einer Linzer Bar gebeten wird, die Internationale zu spielen, ist er verwundert darüber, dass es in Österreich Menschen gibt, die die Hymne der Proletarier singen. 2) «Kain Denkmal» (27 min). Ein liebevolles Porträt des österreichischen Schriftstellers Franz Kain, der aufgrund seiner politischen Haltung lange Zeit totgeschwiegen wurde. Zu Wort kommen u. a. Hubert von Goisern und der Schriftsteller Erich Hackl.

Mo 25.3. 19:30. Hirn mit Ei – Sinnkrisen am Würstelstand. Jugendlicher Tatendrang (Heidi Fial, Kontrabass; Andi Lechner, Gitarre) trifft dilettantischen Vorstadtschönling (Mario Lang, Gesang). Musik zwischen Lamour und Punk.

Fr 29.3. 19:30. Sarahbernhardt & Anna Stiegler: Konzert & Literatur. Ersteres ist ein Trio, das mit Harfe, Ukulele und drei Kehlköpfen das Erbe der Mostviertler Kindheit vertont. Anna Stiegler schrieb Geschichten, bevor sie schreiben konnte, und für manche Texte braucht sie ein Megaphon.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

 

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
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Über Joe – und über uns – Bilder von der Veranstaltung

1991 starb der Wiener Boheme-Dichter und Schauspieler Joe Berger an Lungenkrebs. Daniel Böswirth war damit um einen Onkel ärmer, Stephan Eibel Erzberg um einen Kumpel in Sachen Poesie. Erzberg & Böswirth begaben sich auf Spurensuche, und alles endete, wie es angefangen hat: im Sprachgewitter.

14.Jänner 2019 im Perinetkeller.
Fotos: © Ralf Stidl und Robert Arbinger

Medienresonanz „Abgezweigelt“

Zweigelt-Diskussion: Name als Stein des Anstoßes
NÖN (20.12.2018)

Weingenuss ohne bittere Note
NÖN (19.12.2018)

A group of artists in Austria have launched a campaign for the Zweigelt grape variety to have its name changed from that of the Nazi party member who created it.
drinks business (18.12.2018)

Push to ‚denazify‘ Austria’s star wine
The Jakarta Post (16.12.2018)

Autriche : les relents „nazis“ du vin autrichien le plus consommé
Midi Libre (14.12.2018)

Österreichische Künstler und Winzer fordern Umbenennung des Zweigelt
Magazin Wein-Plus (14.12.2018)

Der Geist in der Flasche
Süddeutsche Zeitung (12.12.2018)

Warum aus dem Zweigelt ein „Blauer Montag“ werden könnte
Die Presse (10.12.2018)

Initiative will Weinsorte Zweigelt umbennen
Wiener Zeitung (10.12.2018)

Zweigelt soll „Blauer Montag“ werden
ORF (1012.2018)

Zweigelt soll in „Blauer Montag“ umbenannt werden
OÖ Nachrichten (10.12.2018)

Nazi-Vergangenheit: Neuer Name für den Zweigelt?
Heute (10.12.2018)

Der Zweigelt hätte mit neuem Namen einen weniger bitteren Nachgeschmack
Der Standard – Kopf des Tages (10.12.2018)

Eine Initiative fordert die Umbenennung des Zweigelt
Der Standard (10.12.2018)

Zu brauner Roter
Der Standard – Hans Rauscher (10.12.2018)

Jänner 2019 im Keller

Fr 11.1. 19:30. «Austrian Beat »– die Buchpräsentation. Die Anthologie, herausgegeben von Elias Schneitter und Helmuth Schönauer, vereint Beiträge von 27 österreichischen Autorinnen und Autoren, die sich mit der LiteratInnenbewegung der «Beatniks» verbunden fühlen. Mit dabei auch Texte von zu früh gestorbenen Wienerwald-Beatniks wie Joe Berger oder Christian Loidl. Podium: Waltraud Haas, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter.

Mo 14.1. 19:30. Über Joe – und über uns. 1991 starb der Wiener Boheme-Dichter und Schauspieler Joe Berger an Lungenkrebs. Daniel Böswirth war damit um einen Onkel ärmer, Stephan Eibel Erzberg um einen Kumpel in Sachen Poesie. Erzberg & Böswirth begeben sich auf Spurensuche, und alles endet, wie es angefangen hat: im Sprachgewitter. Auch im dritten Jahr seines Bestehens würdigt damit das Institut ohne direkte Eigenschaften das enfant terrible aus Kaltenleutgeben. Dass Joes Geist unter den Gewölben des Perinetkellers schwebt, halten auch nüchterne KellerbesucherInnen für nicht ganz ausgeschlossen.

Do 17.1. 19:30. Buchpräsentation: Rudolf Krieger, «Safa – Ufer oder Sprache» (Gedichte). Safa ist die Ästhetik des Ankommenden und betrifft alles, das an einem Ufer oder in der Sprache ankommt, aber auch wieder weggeschwemmt wird. Rudolf Krieger und Gerhard Schifko lesen aus dem Buch. Highlight ist das Doppel: Die Kunst, gemeinsam ein unterschiedliches Gedicht vorzutragen. Rudolf Krieger stellt seine Malerei aus. Er stammt aus den Hügeln der Weststeiermark, während Dichtergenosse Schifko aus der Medizin und aus der Welt der Oper stammt. Schifko ist auch Mitbegründer der Schauspielgruppe «Ensemble Bacchus».

Mo 21.1. 19:30. Zwischen «Collaps» und «Syltse» –Wolfgang E. Eigensinn als Gast im Keller. Hinter diesen beiden Namen stehen Literaturzeitungen, die von Texten Eigensinns mitgeprägt wurden / werden; aus Platzgründen ersparen wir uns die Nennung aller anderen Magazine, mit denen das Urgestein der Wiener Untergrundliteratur in Verbindung stand / steht. Wie‘s der Zufall der Programmgestaltung will, ist Eigensinns Vortrag der vierte Abend hintereinander im Jännerprogramm des Perinetkellers, der der Großstadtliteratur gewidmet ist, die sich stark an den Texten und Happenings des US-amerikanischen Undergrounds orientieren.

Sa 26.1. 19:30. 11% K.Theater spielt «Völlig losgelöst» von Martin Springer. Die neueste Produktion des Theaterensembles der Straßenzeitung Augustin, das sich aus Andi Hennefeld, Traude und Rudi Lehner, Desiree Bernstein und Strawinsky zusammensetzt. Regisseurin dieses zeitweise ins Absurde gleitenden Stücks, das einen gewissen Bobby auf der Suche nach Raum und Geborgenheit begleitet, ist Karoline Zeilinger. Nach der Premiere im November 2018 urteilten viele, dass – selbst im Vergleich zu den Erfolgsproduktionen «Sauschlachten» von Peter Turrini (2017) und «Der Weltmeister» von Herbert Achternbusch (2018) – der jüngste Wurf der Laientheatergruppe der bisher genialste ist.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

Programm Jänner 2019

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
facebook.com/IODE.Perinetkeller

«Blauer Montag» – Der Rotwein der DemokratInnen

Eine Medieninformation der Aktion ABGEZWEIGELT

Foto © Ludwig Schedl
Foto © Ludwig Schedl

 

Dr. Zweigelt und der NS-Terror

Dass die Rebsorte Rotburger, hinter dem Grünen Veltliner auf Platz 2 der populärsten Reben Österreichs, 1975 den Namen Zweigelt bekam und heute immer noch Zweigelt heißt, drückt eine traurige Wahrheit aus: Die österr. Weinwirtschaft schweigt wie kein anderer Wirtschaftszweig, der in das nationalsozialistische Terrorsystem verstrickt war. Wer weiß, wie Fritz Zweigelt, glühender Nazi und NSDAP-Mitglied seit dem April 1933, von Klosterneuburg aus agierte, dem sollte eigentlich der Schluck Zweigelt in der Kehle zu Essig werden. Im Rahmen eines Kunstprojektes mischt sich das Institut ohne direkte Eigenschaften, das den Perinetkeller in Wien 20 betreibt (ehemaliges Keller-Atelier der Wiener Aktionisten), in weinpolitische Angelegenheiten ein. Es nimmt die höchst notwendige offizielle und endgültige Umbenennung vorweg und bietet den Qualitätsrotwein unter dem Namen BLAUER MONTAG an.

Ausgezeichneter Volksverhetzer

Der renommierte österreichische Historiker Roman Sandgruber schrieb: Der Unverbesserlichkeit maßgeblicher politischer Entscheidungsträger sei es geschuldet, «dass Österreichs prominenteste Rotweinsorte im Jahre 1975 im Zuge der Qualitätsweinrebsorten-Verordnung in Zweigelt umbenannt wurde und damit nach einem prominenten, wenig gewandelten Nationalsozialisten benannt ist und dass seit 2002 mit höchster politischer Beihilfe jährlich auch ein Dr. Fritz Zweigelt-Preis mit einer entsprechenden Porträt-Medaille verliehen wird.» Als Österreich 1938 ausgelöscht wurde, ging dem Weinpapst das Herz über. O-Ton Zweigelt: «Der böse Traum wurde fortgescheucht von den dröhnenden Schritten deutscher Soldaten. Jüdischem Spekulationsgeist ist für alle Zeiten der Boden entzogen.» Nach der Befreiung wurde Zweigelt wegen Volksverhetzung eingesperrt, aber schon nach sechs Monaten in die Freiheit entlassen. Die von seinem Schüler Lenz Moser initiierte Würdigung seines ramponierten Namens konnte Zweigelt nicht mehr erleben. Mitglieder der lokalen Widerstandgruppe rund um den Klosterneuburger Chorherrn Roman Scholz warfen Zweigelt vor, er hätte verhindern können, dass einer seiner Schüler, ein Aktivist der antifaschistischen Gruppe, an die Gestapo ausgeliefert wurde.

Die Tat, die Zweigelts Ruhm als österreichischen Weinpapst der Zwischenkriegszeit begründete, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen: 1922 gelang ihm eine zukunftsreiche Kreuzung der Sorten St. Laurent und Blaufränkisch. Zweigelt selbst nannte seine Erfolgszüchtung Rotburger.

Dr. Zweigelt und die Uhudler-Prohibition

Die nachhaltigste Wirkung erzielte Zweigelt, indem er jene Winzer kriminalisierte, die sich auf die Produktion der Uhudler-Sorten spezialisierten. Er hatte herausfinden lassen, dass der Uhudler hysterisch mache und die Gebärfähigeit der Frau gefährde. So abstrus diese Befunde waren, sie wirken bis in die 90er Jahre, zum Teil bis heute noch. Erst 1995 wurde das Verbot des Uhudlers aufgehoben, und Zweigelts rabiates Uhudler-Bashing garantiert heute zumindest Lachanfälle: Menschen, die regelmäßig Uhudler trinken, schrieb Zweigelt, «bekommen eine fahle Gesichtsfarbe, zittern am ganzen Körper und siechen dahin, während Bauern mit veredelten Weingärten kinderreiche Familien haben, gesund und arbeitsam sind.»

«Blauer Montag» statt «Zweigelt»

Warum die Sortenbezeichnung BLAUER MONTAG gewählt wurde: Der sprichwörtliche blaue Montag steht für das Recht auf ausreichend Muße-Zeit zu Beginn der Woche nach einem Wochenende des Weingenusses unter Freundinnen und Freunden. Aus nationalsozialistischer Sicht verkörpert der blaue Montag ein «unarisches» Lebensgefühl und die Negation der faschistischen «Arbeit macht frei»-Ideologie. Zwei Winzer, Friedl Umschaid aus dem nördlichen Weinviertel und Maximillian Brustbauer aus der Wachau, haben sich bereit erklärt, die von ihnen produzierten Weine aus der Rebsorte Rotburger unter dem Etikett BLAUER MONTAG in Verkehr zu bringen. Das Etikett ist eine Arbeit des Dichters und Grafikers Daniel Böswirth. Das Institut ohne direkte Eigenschaften ersucht Gastronomielokale, Bildungseinrichtungen, Kulturzentren usw., ihren Gästen ab Beginn des Neuen Jahres den entsprechenden Rotwein als BLAUER MONTAG anzubieten. Sie unterstützen damit eine Aktion an der Schnittstelle von Kunst und Politik, die unter anderem junge HistorikerInnen ermutigen soll, der Figur des Fritz Zweigelt endlich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit zu schenken, die einem prominenten Protagonisten des Terrorregimes gebührt, und darüber hinaus einen Impuls setzen soll, die Arisierung der österreichischen Weinwirtschaft zu einem breiten Forschungsthema zu machen.

Weitere Termine der Aktion «Abgezweigelt»:
Dienstag, 18. 12. Im Perinetkeller: Film «Zweigelt – Wein und Wahrheit» von Gerald Teufel. Anschl. Diskussion mit dem Filmemacher. 19:30
Donnerstag 20. 12. Im Perinetkeller. Blauer Montag – Verkostung eines antifaschistischen Weihnachtsgeschenks; künstlerische und literarische Beiträge zur Person Zweigelt. 19:30