Programm November 2021

Mi 10. 11. 19:30 Gedenken an Ferry Radax mit zwei seiner Filme, „Sonne Halt“, dem wichtigsten, und „Testament“, dem am wenigsten beachteten. Radax starb am 9. September 2021 im Künstlerheim in Baden bei Wien. Ferry Radax wurde in Wien zum Sängerknaben ausgebildet. 1951 begann er, sich mit allen Bereichen des Films vertraut zu machen, zuerst als Assistent, dann als Drehbuchautor, Kameramann, Cutter, Regisseur und auch als Produzent. Laufende Filmarbeiten führten ihn zudem in alle Kontinente. In den 1960er Jahren zählte er zum Kreis der bekanntesten Avantgardefilmer Europas.“Sonne halt!” (1959/1962), ein poetisch gebrochener Teenager-Film mit Konrad Bayer, Ingrid Schuppan und Albert Jolly, wird im Keller im Anschluss an „Testament“ präsentiert Der Dialog wird nur von Bayer gesprochen, wobei, wie Paul Kruntorad schrieb, die Dialekttexte einer Wiener Beatnikfigur abgehorcht sind, der hochdeutsche Text hingegen zum literarischen Œuvre von Konrad Bayer zählt. Radax` weitere Arbeiten beziehen sich u.a. auf die Literatur H.C.Artmanns, Thomas Bernhards, Hundertwassers und Joyce. Das Wiener Filmmuseum stellte 1993 einen Monat lang Ferry Radax’ Filme vor. Das Filmfestival Diagonale widmete Radax 2012 eine Personale.

Mi 24. 11. 19:30 IDIOME Prosawerkstadt 2021 mit Wolfgang Bleier (Wiener Neustadt), Mariusz Lata (Essen), Katharina Riese (Wien). Moderation: Florian Neuner (Herausgeber Idiome. Hefte für Neue Prosa). Die Veranstaltung wird von der GAV unterstützt. Zu den Mitwirkenden: Katharina Riese, geb. 1946, lebt in Wien: Sie begibt sich auf eine autobiographische Spurensuche. Wolfgang Bleier (geb. 1965) zelebriert einen „Wortgottesdienst“ und in einem Text von Mariusz Lata geht es um Jogginghosen« und »25 unerwähnte Bierpullen« . Wolfgang Bleier, (geb. 1965, lebt in Wiener Neustadt) fiel zuletzt durch den Titel „Fischfang bei aufgehender Sonne“ (Wien: Klever 2015) auf. Mariusz Lata, geb. 1981, lebt in Essen, und schreibt Manuskripte für führende Magazine des Wortes.

Fr. 26. 11. 19:30 Der Kommunist. Ein Dokumentarfilm über Ernest Kaltenegger Noch ist das filmische Porträt der bekanntesten österreichischen Kommunistin, der Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr, nicht in Sicht. Aber weil niemand im politischen System Österreichs die Synthese von Caritas und Revolution mit mehr radcial Chic verkörpert als Kahr, wird das nur eine Frage der Zeit sein. Ernest Kaltenegger, dem Wegbereiter des KP-Triumphs in der steirischen Hauptstadt, ist der Blick in die Kamera etwas Vertrautes. Zuletzt ist er vom Filmemacherduo Manuela Lucia Bichl und Markus Toth interviewt worden: Das Gespräch wird eine von mehreren Episoden des Videoprojekts „Stell dir mal vor“ sein. Im Zentrum des Abends im Perinetkeller, wo bereits nach der vorletzten Wahl der Kommunismus nach steirischem Modus thematisiert wurde, steht der Film „Der Kommunist» von Marc Brauder (72 min). Der deutsche Filmregisseur ist zuletzt nach seinem Spielfilm „Dead Man Working“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Gast im Keller: Ernest Kaltenegger. Ersucht wegen den Strapazen der Grazer „Machtübernahme“ um Entschuldigung: Elke Kahr.