Zweigelt? Blauer Montag? Präzisierungen.

Mit der«abgezweigelt»-Aktion, insbesondere mit derem satirischen Beitrag, der symbolischen Umbenennung der Rebsorte Zweigelt in «Bauer Montag», hat das Perinetkeller-Team erreicht, was es erreichen wollte: eine große mediale Aufmerksamkeit für das Anliegen, mit der Aufarbeitung der Arisierung der österreichischen Weinwirtschaft 1938 bis 1945 zu beginnen. Bei der mit 55jähriger Verspätung aufgeflammten Debatte geht es auch um die Frage, wie es dem Weinpapst Lenz Moser und dessen politischen Umfeld in den «sozialdemokratischen» 70-Jahren gelingen konnte, «Zweigelt» als Rebsortenname durchzusetzen und damit einen leidenschaftlichen Nationalsozialisten und Antisemiten so zu würdigen, wie es deutlicher nicht hätte geschehen können. Die Medienresonanz, vom «Einserkastl» im Standard bis zum Artikel im Augustin, wurde von einem ultrakonservativen Shitstorm in erwarteter Quantität und Qualität begleitet. Man braucht ihn hier nicht zu dokumentieren, denn in einem Kommentar der Mutter aller Hass-Postings, der faschistischen Onlinezeitung unzensuriert.at, sind die meisten Ingredienzien dieses Shitstorms versammelt –Originalschreibe am Ende dieses Textes.
Der diskutable Teil der Kritik bezieht sich auf den vorgeschlagenen alternativen Namen «Blauer Montag». Eine Presseaussendung des «Instituts ohne direkte Eigenschaften« (Perinetkeller-Team) sollte klar machen, dass es hier in erster Linie um eine ironische Intervention geht. Das herüberzubringen, ist nicht ganz geglückt. Natürlich ist ein «Blauer Montag» nicht in großem Stil vermarktbar, anders als in großstädtischen Nischen alternativer Gastronomie. Hinter dem «Blauen Montag»-Vorstoß steckt vielmehr die Befürchtung, dass gerade das Beharren auf der Bezeichnung «Zweigelt» die Vermarktung dieser österreichischen Weinqualität in naher Zukunft immens erschwert. Denn auf vielen der internationalen Märkte, die der Zweigelt-Wein sich erfreulicher Wese erobert hat, reagieren die KonsumentInnen sofort, wenn die Wahrheit über den Namensgeber bekannt wird. Die unkomplizierteste Vorbeugung wäre die Rückkehr zum früheren Namen «Rotburger».
Viele der Hass-Poster stellen eine Verbindung zwischen der «abgezweigelt»-Aktion und dem Sektenfüher Otto Muehl her, um diese Aktion zu diskreditieren. Suggeriert wird, dass vermeintliche Freunde eines «Kinderschänders» potentiell ebensolche seien und dass im Keller, der Muehl und Nitsch als Atelier diente, strafbare Handlungen begangen worden seien. Wer das Gesamtprogramm des seit fast drei Jahren bestehenden «Perinetkeller neu» kennt, weiß: Die VeranstalterInnen nehmen gerade die aufregende Kellergeschichte zum Anlass, das Phänomen der Unterordnung «antiautoritärer» AktivistInnen unter autoritärste Regeln (was sich allerdings erst zehn Jahre nach dem Ende der Kellerhappenings manifestierte) zu reflektieren. Wie sich ein avantgardistischer Künstler in einen diktatorischen Führer einer zu Sekte entgleisten Kommune verwandeln konnte, ist Thema einer eigenen Informationsserie. So gesehen gibt es wohl keinen einzigen Ort in Wien, wo die Figur Muehl mehr auf dem Prüfstand steht als im Perinetkeller.

Der erwähnte Text aus unzensuriert at.:
Skurrile Runde im Kinderschänderkeller fordert Umbenennung von Zweigelt
Es ist eine skurrile und illustre Runde, die da regelmäßig im Keller des „Künstlers“ Otto Muehl zusammenkommt, der in den 90iger-Jahren wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Als Verein will sie sich nicht bezeichnen lassen, diese Zusammenkunft von angeblich intellektuellen Denkern. In die Überschriftenzeile des heimischen Staatsfunkes haben sie es trotzdem geschafft. Das besagte „Institut ohne direkte Eigenschaften“, wie sich die trinkfreudigen Hintermänner nennen, fordern nämlich die Umbenennung des Zweigelts. Er habe durch seinen Schöpfer Friedrich Zweigelt nämlich eine nationalsozialistische Vergangenheit. Durch die spontan inszenierte Aktion „abgezweigelt“ sollte der Rotwein künftig unter dem Namen „Blauer Montag“ verkauft werden. Bisher haben allerdings erst zwei Winzer zugesagt. Friedl Umschaid aus dem nördlichen Weinviertel und Maximillian Brustbauer aus der Wachau. Überdies wird gerade von „Österreich Wein Marketing“ eine Geschichte des Weines in Österreich aufgearbeitet und dort auch unter anderem die Zeit des Nationalsozialismus beleuchtet.
Dem aber nicht genug, fordert die Runde im Sektenkeller nun auch noch die gänzliche Streichung des Zweigelts aus der Geschichte Österreichs. Auch der nach ihm benannte Preis sollte gestrichen werden, die Weinwirtschaft sich nicht länger über die grauenhafte Vergangenheit des 1922 erstmals erfolgreichen Wissenschaftlers ausschweigen. Damals gelang erstmals eine Kreuzung aus St. Laurent und Blaufränkisch. Erst nach dem Tod von Friedrich Zweigelt wurde die ursprüngliche Rebsorte „Rotburgunder“ schließlich 1975 nach ihm benannt.
Der im Keller von Muehl eingemietete Verein sieht darin eine Schande für die Republik. Nicht allerdings um seinen wohl nicht zufällig ausgewählten Treffpunkt. Bis 1970 versammelte der Eigentümer dort allerhand fragwürdige Existenzen wie etwa Hermann Nietsch, der dort erstmals mit Menschenblut herumspritzte. Später wurde sowohl Muehl als auch seine Ehefrau, die dort eine Kommune betrieben und sich regelmäßig sogar an Kleinkindern vergingen, in Eisenstadt verurteilt.

Foto Pressekonferenz „Abgezweigelt“

Die Tatsache, dass das Abgezweigelt-Aktivistenteam NOCH eine reine Männerrunde ist, hätte einen feministischen Shitstorm verdient. Winzerinnnen,Wirtinnen und Weintrinkerinnen, begrabt diese peinliche Homogenität und reiht euch ein in die Entzweiglungsfront. Sitzend von links nach rechts: Robert Streibel, Historiker; Walter Eckhart, Autor und Biobauer; Friedl Umschaid, Winzer aus Herrnbaumgarten. Stehend von links nach rechts: Christian Gmeiner, Künstler aus Krems; Erich Félix Mautner, Daniel Böswirth, Robert Sommer (alle Institut ohne direkte Eigenschaften).
© Ludwig Schedl

Pincér, kérek egy pohár zweigeltet! Blauer Montag lett, maradhat?

A zweigelt átkeresztelését javasolják bécsi aktivisták a bor feltalálójának náci múltja miatt, írja az MTI.
A kékszőlő- és vörösborfajtát az osztrák Fritz Zweigelt nemesítette ki 1922-ben a kékfrankos és a Szent Lőrinc fajták keresztezésével az ausztriai Klosterneuburgban. Ő a rotburger nevet adta neki, halála után azonban az előírásoknak megfelelően róla nevezték el.
Az Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) nevű bécsi művésztársaság hívta fel a figyelmet a zweigelt atyjának náci múltjára
ÉS JAVASOLTÁK, HOGY ADJANAK MÁS NEVET A BORNAK, PÉLDÁUL BLAUER MONTAG-OT (KORHELYHÉTFŐ).

Az aktivisták szerint Fritz Zweigelt virtigli náci volt, 1933 áprilisától a nemzetiszocialista párt tagja volt. A háború után uszításért letartóztatták, hat hónapot töltött börtönben.
Robert Streibel történész A felejtés bora című könyv szerzője szerint még várat magára Zweigelt életének és tevékenységének átfogó, tudományos feldolgozása, az eddigi kutatások szerint azonban annak idején lelkesen üdvözölte a német katonák bevonulását Ausztriába, és azon örvendezett, hogy úgymond egyszer s mindenkorra felszámolják „a zsidó spekuláns szellemiséget”.
Egykori helyi ellenállók szerint Zweigelt megakadályozhatta volna egy antifasiszta aktivista kiadatását a Gestapónak.
Az IODE aktivistái felszólították az osztrák borszakmát, hogy nézzen szembe Zweigelt múltjával.
Az osztrák borászat minden más iparágnál jobban hallgat nemzetiszocialista múltjáról
– hangoztatták.
Ausztriában már két borászat is Blauer Montag néven forgalmazza a zweigeltet, februártól pedig egy bécsi vendéglátóhely, a Cafe Vindobona is az ajánlott néven kínálja a terméket.

Dezember 2018 im Keller

Mo 3. 12. 19:30 Carl Michael Bellman, erster Dichter der schwedischen Moderne. Er wurde 1745 in Stockholm geboren und starb dortselbst im Jahr 1795. Gerold Wallner stellt sein Buch über Bellman vor, der in Schweden ungebrochen populär ist, und zwar phänomenal. Im Laufe des Abends werden Lieder Bellmans vorgetragen.

Do 6.12. 19:30 Per Köpfler ins Soziotop. Eine Ausstellung von Alex Kubik und Andi Stasta zum Thema White Supremacy, Hühneraugen und Warzenkrem – g´lesen und g´sungen wird auch.

Mo 10. 12. 10:00 ABGEZWEIGELT 1 Pressekonferenz im Keller zum Thema: Ein guter Wein braucht einen guten Namen – und nicht den eines Naziverbrechers. Mit Robert Streibel, Konstanze Breitebner u. a.

Di 11. 12. 19:30 pünktlich: Die ganze Wahrheit über die Wiener Aktionisten. Die Einmauerung. Susi Götterer und andere Zeitzeugen erinnern sich an das spektakuläre Happening von Hermann Nitsch & Co.

Sa 15. 12. 19:30 VADA – Verein zur Anregung des dramatischen Appetits – zeigt seine neue Produktion, ein Stück aus dem Genre Science-Fiction-Theater mit dem Titel «iHAL. Die Liebe des Computers». Ein Social Media Error frei nach Motiven von Woody Allen, Isaac Asimov, Elia Barceló, Arthur C. Clarke, Karel Čapek, Philip K. Dick, Terry Gilliam, Rutger Hauer, Alejandro Jodorowsky, Stanley Kubrick, Stanisław Lem, Gerd Maximovič, Mœbius, Gerhard Seyfried, Alan Turing & Ziska.

Mo 17. 12. 19:30 pünktlich: Die ganze Wahrheit über die Wiener Aktionisten. Terese Schulmeister zeigt: 1. „VINCENT“, mit Theo Altenberg, Günter Brus, Francesco Conz, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Kurt Kalb, Erich Fischer, Violaine Roussies, Judith Goldblat, Oswald Oberhuber, Rosemarie Schwarzwälder, Francesco Conzr, Orlan, Friedrich Geyrhofer, Rudi Schmutz, Al Hansen, Johannes Gachnang, Peter Forstner, Philipp Corner, Fatma Lootah, Erika, Gigi und Silvestre Micheli und anderen. 2. „Dschugaswili aus Georgien“.

Di 18. 12. 19:30 ABGEZWEIGELT 2. «Zweigelt – Wein und Wahrheit». Ein Film von Gerald Teufel. Anschließend Gespräch mit dem Filmemacher.

Mi 19. 12. 19:30 Hirsch Fisch – Konzert im Keller. Norbert Trummer, Klaus Tschabitzer, ein Banjo und eine Ukulele sorgen für ein minimalistisches, antispektakuläres, absurdes Musikerlebnis.

Do 20. 12. 19:30 ABGEZWEIGELT 3. Entnazifizierung. Der Keller zelebriert die Umbenennung des Zweigelt in «Blauer Montag». Weinverkostung und anderes. Ein Hinweis in Anbetracht des Datums: eine Flasche Blauer Montag» ist ein ideales Weihnachtsgeschenk. Empfehlung: Schon am 8. 12. ist der «Blaue Montag» in Glühweinform am Reumannplatzfest der Initiative Offener Reumannplatz (14 bis 20 Uhr) zu genießen.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

Perinetkeller im Dezember 2018

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
facebook.com/IODE.Perinetkeller

November 2018 im Keller

Mi 7.11. 19:30. DER FREIHEIT DES WORTES EIN FEST in 3 Aufzügen. Am Ende des Gedenk-, Mahn- und Erinnerungsjahres 2018 ein gemeinsames Projekt mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Erika Kronabitter (Decodierung der Dekaden), Patricia Brooks (Das innere Leuchten der Worte), Sabine Gruber (Am Abgrund und im Himmel zuhause, Lyrik), Gerald Nigl (Im Weidemaß der Zeit mein Unterpfand, Lyrik).

Do 8.11. 19:30. DER FREIHEIT DES WORTES EIN FEST II. Ilse Kilic (Die Spatzen pfeifen von den Dächern, Texte/Lyrik), Fritz Widhalm (Die Spatzen pfeifen von den Dächern, Texte/Lyrik), Christine Gruber (mitten in den rest, Lyrik), Jörg Piringer (triggerwarnung, Text/Hörspiel).

Fr 9.11. 19:30. ZSUZSI VÉCSEI – «UNTERWEGS MIT UND OHNE TITEL». Vernissage. Eine Malerin auf leidenschaftlicher Suche zum eigenen Ausdruck und in vollem Bewusstsein eines inneren Gegensatzes: Radikale Kritik am Kunstmarkt trifft auf den Wunsch, Teil dieses Marktes zu sein.

Sa 10.11. 19:30. DER FREIHEIT DES WORTES EIN FEST III. W. Helmhart, Ch. Mahringer, M. Helmhart & Susanne Toth: Performance, Texte, Musik, Gesang.

Mo 12.11. 19:30. ANGST IM STAHLWERK. Werner Lang, Autor der Gruppe «Literatur der Arbeitswelt», legt mit seinem kürzlich erschienenen Buch «Stramm – Repetitive Erzählung» ein seltenes Stück radikalen Industrie-Realismus vor. Das gelingt ihm, weil er selber in einem Mürzzuschlager Stahlwerk arbeitete.

Mo 19.11. 19:30. FASTeinTHEATER. Im Perinetkeller hat diese Lesetheatergruppierung das (düstere) Licht der Welt erblickt und präsentiert seine 2. Produktion: «Von Graz nach Grinzing – oder Robert Blum im Himmel». In (angefragter) Anwesenheit von Gerhard Rühm, Mitglied der «Wiener Gruppe».

Mi 21.11. 19:30. DIE GANZE WAHRHEIT ÜBER DEN FRIEDRICHSHOF. Zu Gast bei Erich Félix Mautner: Toni Elisabeth Altenberg über «18 Jahre Himmel und Hölle».

Do 22.11. 19:30. GEROLD WALLNER LIEST aus seinem Buch mit den zwei Zyklen in illo tempore (Erzählungen) und lamentationes (Gedichte). Durch den Abend führt Martin Birkner (Mandelbaum-Verlag), der auch mit Autor sprechen und ihn vorstellen wird.

Fr 23.11. 19:30. BABELSPRECH INTERNATIONAL. Die von Robert Prosser organiserte Abschlusslesung eines internationalen Vernetzungsprojekts mit dem Ziel, die öffentliche Wahrnehmung von Lyrik als einer Kunst- und Reflexionsform zu festigen. Gleichzeitig Lesungen in 8 weiteren Städten Europas.

Mo 26.11. 19:30. DER SCHWIMMER. Klaus Tschabitzer (Gesang, Gitarre, Banjo), Jean Bernard Descharles (Gitarre) und Herbert Wiesenberger (E-Piano). 2014 erschien das Album «Schwoazzes Meer.» Ein Kellerkonzert mit poetischen Dialekttexten, eine klare Musik, die Euphorie auslöst.

Mi 28.11. 19:00. ZSUZSI VÉCSEI – «UNTERWEGS MIT UND OHNE TITEL». Finissage. Zsuzsi Vécsei lädt zur Finissage in den Perinetkeller
Einleitende Worte von Jan TABOR

Do 29.11. 19:30. DIE GANZE WAHRHEIT ÜBER DEN FRIEDRICHSHOF. Zu Gast bei Erich Félix Mautner: Peter Schlomo Skopik über «Sodom und Gomera».


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

Programm November

IODE . Perinetkeller . Perinetgasse 1, 1200 Wien . www.perinetkeller.at
facebook.com/IODE.Perinetkeller

KUMPELN

11. Oktober @ 19:30

Was geschieht, wenn der Kurzprosa-Kurs in die Grube geht?

Es lasen Isabelle Akhavan Aghdam, Anahit Bagradjans, Katharina Klein, Carina Luksik, Anna Maschik, Greta Pichler, Felicitas Prokopetz, Markus Ramsauer und Tizian Rupp.
Die Lesenden nahmen im Sommersemester 2018 am Kurzprosa-Kurs von Lisa Spalt an der Universität für angewandte Kunst Wien teil.

Hier ein Videomitschnitt der Performance von Tizian Rupp
@ Otto Saxinger

Fotos | Otto Saxinger

ABGEZWEIGELT!

«BLAUER MONTAG» –
WARUM EIN NEUER ROTWEIN-SORTENNAME?

Unser Perinetkeller ist bekanntlich kein Weinkeller. Aber das Kellerteam – offizieller Name: Institut ohne direkte Eigenschaften – mischt sich ungehalten in weinpolitische Angelegenheiten ein. In vino veritas, sagen die österreichischen Weinbauern. Sie wissen gar nicht, wie recht sie haben. Dass die Rebsorte Zweigelt, hinter dem Grünen Veltliner auf Platz 2 der populärsten Reben Österreichs, immer noch Zweigelt heißt, drückt eine traurige Wahrheit aus: Die österr. Weinwirtschaft schweigt wie kein anderer Wirtschaftszweig, der in das nationalsozialistische Terrorsystem verstrickt war. Wer weiß, wie Fritz Zweigelt, glühender Nazi und NSDAP-Mitglied seit dem April 1933, von Klosterneuburg aus agierte, dem sollte eigentlich der Schluck Zweigelt in der Kehle zu Essig werden. Weiterlesen