Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Räte jenseits und diesseits der Leitha

10. April @ 19:30 - 21:30

Zwei Buchpräsentationen im Perinetkeller
Ein Gespräch mit AutorInnnen und HerausgeberInnen

Räte diesseits und jenseits der Leitha
Zum Buch:
»Auf uns sind die Blicke der Welt gerichtet …«
Die Rätebewegung in Ungarn 1919 von Gerhard Senft

In Europa mündete das Aufbegehren der Arbeiterschaft in der Endphase des Ersten Weltkrieges vielerorts in eine revolutionäre Situation, wobei die entstehende Rätebewegung eine Erneuerung der politischen Strukturen auf der Basis einer kollektiven Selbstverwaltung anstrebte. Zu den Besonderheiten der Entwicklung in Ungarn im Frühjahr 1919 zählte, dass sich der Übergang von einem bürgerlich-demokratischen System zu einer Räterepublik auf friedlichem Wege vollzog. Der vorliegende Band bietet einen knapp und kompakt gehaltenen Überblick, der nicht nur verschiedene Forschungsergebnisse zum revolutionären Prozess in Ungarn 1918/19 zusammenfasst, sondern auch bislang in der Literatur vernachlässigte Aspekte einbringt sowie neue Zugänge zur Thematik erschließt. Behandelt werden das ambitionierte Programm und die Aufbaumaßnahmen der Räteregierung ebenso wie verschiedene Fehlentwicklungen und Versäumnisse. Abschließend wird die Frage der Gewalt in revolutionären Situationen erörtert. Zeitzeugenberichte und Dokumente im Anhang vervollständigen das Bild der Geschehnisse.
Der Autor: Gerhard Senft, geboren 1956, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Berufsstart als Ingenieur im Industrieanlagenbau. Anschließend Studium der Volkswirtschaft. Im universitären Rahmen lehrend und forschend tätig seit 1988. Abschluss des Habilitationsverfahrens 2001. Zahlreiche Publikationen zu den Arbeitsschwerpunkten: Problemgeschichte und Theorieentwicklung der Ökonomie; Geschichte der sozialen Bewegungen; Wirtschaftspolitik und Geldwesen in historischer Dimension; Faschismusforschung.
Verlag Edition FZA: Norderstedt 2019
152 Seiten, Softcover, 15,90 EUR
Verlag Edition FZA: Norderstedt 2019
ISBN 978-3-903104-10-5

Zum Buch:
Die Rätebewegung in Österreich – Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie
Hg: Anna Leder, Mario Memoli, Andreas Pavlic

Marx sprach von Räten als der »endlich entdeckten Form, unter der die ökonomische Befreiung der Arbeit sich vollziehen kann«, Hannah Arendt von einem System, das »selbst nur offenbar wiederholte, was sich bereits vorher ereignet hatte, ohne dass man jedoch von einer bewussten Nachahmung oder einer noch so vagen Erinnerung des Vergangenen sprechen konnte«. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 organisierten sich hunderttausende ArbeiterInnen und Sol¬daten in Räten – sowohl als Akt sozialer Notwehr angesichts des durch den ersten Weltkrieg verursachten Elends, aber auch im Sinne der Idee einer dauer¬haften emanzipatorischen gesellschaftlichen Alternative.
Der Band versammelt Texte zur Geschichte der Rätebewegung in Öster¬reich, ihr Verhältnis zu den Bewegun¬gen in Ungarn und Deutschland, zur ¬Rolle der Frauen in der Rätebewegung, zur psychoanalytischen Dimension dieser »Gemeinschaft der Brüder«, zu auto¬didak¬tischem Schreiben und dem Publikationswesen dieser Zeit und nicht zu¬letzt zu ihrer Verbindung zu heutigen sozialen Bewegungen.
Mandelbaum Verlag
244 Seiten, 17.00 €
Format: 12×17
englische Broschur
ISBN: 978385476-680-3
Erschienen 2019

Details

Datum:
10. April
Zeit:
19:30 - 21:30