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Circling Around Vienna International Airport.

9. September

Eine Wanderung mit dem Schriftsteller und Walking Artist Bruno de Wachter, Brüssel, und seinem Assistenten Klaus Federmair, Wien.

Treffpunkt: 9:00 Bahnhof Wien-Mitte, Bahnsteig des Zuges nach Fischamend.
Drinks und Picknick bitte mitnehmen. Am Ende der Wanderung Wirtshausbesuch in Fischamend.
Länge der Gehstrecke: 26 Kilometer, Dauer rund 10 Stunden.

DER KELLER ZIEHT KREISE – EINLADUNG ZUR FLUGHAFENUMRUNDUNG

Klangmäßig liegt das Wort Unorte nahe bei Unordnung. Sind Unorte unordentliche Räume? Das würde erklären, warum Künstlerinnen und Künstler sich in unzählbaren Projekten weltweit den Unorten angenähert haben. Ordentliche, perfekte Räume bieten wenig Impulse für ihre künstlerische Aneignung. Besonders Fotograph_innen waren und sind fasziniert von den Unorten unserer Städte. Der unlängst verstorbene Fotokünstler Lewis Baltz lehrte uns die Erotik der Unorte. Er machte es durch seine Bilder unmöglich, die Schönheit von Parkplätzen zu übersehen. Der US-amerikanische Fotograf der New-Topographics-Bewegung beeinflusste eine ganze Generationen von Künstler_innen. «Dinge», sagte Lewis Baltz, «können schön sein auf Grund visueller Extra-Qualitäten»

Die Umgebung von Flughäfen ist ein besonderer Typ von Unorten. In den Randzonen der großen internationalen Flughäfen kämpfen die gegensätzlichsten Räume, die man sich vorstellen kann, miteinander. Außen die gewachsenen Landschaften, meist Kulturlandschaften, die je nach Breitengrad ein anderes Gepräge haben, eine andere Farbe, eine andere Kammerung, eine andere Eigentümerstruktur, die sich in der Landschaft wiederspiegelt. Und innen eine Flughafenarchitektur ohne jeden Hinweis auf die Region, in die sie hineingestellt wird, nur die Souvenirläden sind anders sortiert. Jeder Airport könnte überall stehen. Flughäfen sind schwarze Löcher in der Landschaft; der Flugreisende, der in Wien-Schwechat seinen Fernflug unterbricht, und der Bauer, der auf einem Feld am Rande des Flughafens, im Schatten der landenden Boeings seine Runden mit dem Traktor dreht, leben tatsächlich nicht im gleichen Zeitsystem.

Der Kampf der inkompatiblen Räume – das ist keine Metapher, sondern Realität. Es ist ein sehr einseitiger Kampf: Die Airport-Managements treiben immer neue Flächenfraßbetonpisten in die Landschaft hinein, und diese weicht überall zurück. Auch die Luft über den Flughäfen weicht nach oben aus: Warum müssen die An- und Abflugshallen so hoch wie Dome sein?

Bruno De Wachter, ein Brüsseler Schriftsteller und «Walking Artist», Spaziergangskünstler, wie er sich nennt, lernt einen Flughafen nach dem anderen kennen. Er tut dies immer in Begleitung Interessierter aus der Umgebung, die Freude an der Definition von Zwischenräumen haben – und an der Entdeckung von Routen, die von keinem Tourismus- und Verschönerungsverein rotweißrot markiert werden. Ab Samstag, 9. September ist er in Wien und lädt Freund_innen des Perinetkellers zu Flughafenumrundung und zu einer Dokumentation des Tages ein.


Der Perinetkeller ist das ehemalige Atelier der Wiener Aktionisten und wird seit Juni 2016 vom Institut ohne direkte Eigenschaften (IODE) ohne Subventionen betrieben. Spenden sind erwünscht. Kein Konsumzwang. Getränke gegen Spenden. Wir raten dringend, ein persönliches Glaserl mitzubringen – andernfalls droht der Plastikbecher. Klo am Platz (ca. 100 m).

Details

Datum:
9. September
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