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SUMMARY:„Brus Day – Tag der Kunst im öffentlichen Raum“
DESCRIPTION:Am 6. Juli 2020 findet erstmals in ganz Österreich der „Brus Day – Tag der Kunst im öffentlichen Raum“ statt. Künstlerinnen und Künstler aller Genres gehen auf die Straße\, auf Plätze und in Parks und beleben den öffentlichen Raum. Es geht um jenen öffentlichen Raum\, der\, sollte man glauben\, allen Menschen gehört und nicht der Verwaltung. Die Kunst will sich den öffentlichen Raum zurück erobern. Der „Brus Day“ soll zumindest einmal im Jahr an dieses Recht erinnern. \nUns ist bewusst\, dass heuer nur eine kurze Vorbereitungszeit blieb\, weil es noch vor zwei Wochen völlig unklar war\, ob und was möglich sein wird. Tatsächlich wird diese längst fällige Initiative im Rahmen des „Institut ohne direkte Eigenschaften“ unabhängig von der Aktualität schon seit einiger Zeit diskutiert und vorbereitet. Auslöser dazu war der 80. Geburtstag des bildenden Künstlers und Schriftstellers Günter Brus\, der in Österreich zuerst gejagt und bestraft wurde und heute von denselben Leuten als einer der wichtigsten lebenden Künstler Österreichs gewürdigt und gefeiert wird. Dass der erste „Tag der Kunst im öffentlichen Raum“ gerade in die Zeit der totalen Verbote und Bestrafungen und des faktisch totalen Verbotes von öffentlicher Kunstausübung und -Rezeption fällt\, scheint also logisch. Und zugleich\, da nun deshalb die gesamte Kunstbranche auf die Straße und in die Medien geht\, durch diese plötzliche Häufigkeit\, auch wieder ungeschickt. \nDas Datum des „Brus Day“ war jedenfalls an den Tag der ersten derartigen Artikulation eines Künstlers in Wien gebunden\, an den „Wiener Stadtspaziergang“ von Günter Brus am 6. Juli 1965. \nMusikerInnen sollen hörbar intervenieren! AutorInnen\, wo auch immer\, aus ihren Texten lesen und ihre Bücher anbieten! TänzerInnen\, SchauspielerInnen\, ArtistInnen werden auf öffentlichen Plätzen performen. Bildende werden ihre Staffeleien aufstellen\, ausstellen\, malen\, zeichnen\, portraitieren und modellieren. FotografInnen mögen den Tag\, an dem sich die Kunst ihren Raum zurückerobert hat\, dokumentieren. Usw. Das alles in der Öffentlichkeit. Ohne Gnadengesuch\, ohne Behördenschikane\, ohne Anmeldung\, spontan! \nEinige KünstlerInnen haben schon bekanntgegeben wo und wann sie am 6. Juli 2020 performen werden\, somit können sich KollegInnen von den Medien bzw. Fotografinnen im eigentlichen Sinne des Wortes „selbst ein Bild machen“: \n10.00 – 20.00 Uhr: DER PERINETKELLER ALS WEISSFÄRBEREI: Unter der Anleitung unseres Maestros Frantischek Sramek gibt es die Gelegenheit\, in der angegebenen Zeitspanne – bekleidet oder unbekleidet – so geschminkt zu werden wie Günther Brus für seinen «Wiener Stadtspaziergang» vor 55 Jahren. Die Beteiligten werden gebeten\, einzeln oder in Gruppen in die Stadt auszuschwärmen. Zielpunkte: öffentliche oder halböffentliche Räume ihrer Wahl. Dabei soll die Resonanz der Stadtgesellschaft dokumentiert werden. Das kann auch in Form von Videointerviews nach dem Ende der Aktionen bewerkstelligt werden. (Perinetkeller\, Wien 20\, Perinetg. 1) \nNicht vor 14.00 Uhr\, aber dann bald mal\, performt Andrea Nagl um den Heldenplatz „Kugelkopf ext. 7: KOMIK 13“. Es werden wohl wegen der Kurzfristigkeit nur zwei Köpfe sein und ihr Mann fotografiert (ev. auch „perfomativ“). \n15.00 Uhr: Die bildende Künstlerin Martina Reinhart sitzt im Park beim Cafe ‚Heuer am Karlsplatz‘ in der Treitelstraße vor einer Staffelei mit Bild und liest aus ihrem Buch ‚Geburt der Bilder‘! \n16.00 Uhr: Die Theater & Hörspielgruppe „RUBIN“ wird mit einigen dramaturgisch gelesenen Szenen aus der aktuellen Produktion „The old house – Wiener Fensterdialoge“ im vierten Bezirk am Mozartplatz lesen und spielen! \n17.00 Uhr: SlowForward & SlowAbility werden Brus‘ Wiener Stadtspaziergang langsam nachgehen\, vom Heldenplatz bis zu seiner Festnahme Ecke Bräunerstraße/Stallburggasse. Sie laden zum Mitmachen ein\, weiße Schminke wird vorort sein. Treffpunkt: Heldenplatz am 6. Juli um 17:00! \n18.00 Uhr: Daniel Böswirth wird am 6. Juli seine Aktion am Stephansplatz starten. In seiner überstandenen Covid 19-Erkrankung ist in der Zeit der Quarantäne die Idee entstanden\, zu Isolation\, Verbannung und Krankheit etwas zu machen. Titel „monothematischer sprachtanz: corona“!\n \nAb 20.00 Uhr sind KünstlerInnen und JournalistInnen in den Perinetkeller eingeladen um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen! \n\nDer legendäre Perinetkeller war das erste Atelier der Gruppe der Wiener Aktionisten (Brus\, Mühl\, Nitsch und Schwarzkogler) und ist dem INSTITUT OHNE DIREKTE EIGENSCHAFTEN Treffpunkt für Kunst und Diskussion.
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